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Reiseträume mit 30 Tagen
Urlaub im Jahr
 
  Stand: April 2011

 
 
 

 

Endlich Schatten vor dem Wohnmobil!
Wir rüsten eine Markise für den Außenbereich nach:

Als wir im Frühjahr 2007 unser Wohnmobil gekauft haben, hatte ich bereits am ersten Tag umfassende Ideen zur Verbesserung dieses Mobils.
Denn obwohl die Grundsubstanz unseres nunmehr 25 Jahre alten Mobils nicht schlecht ist (Unser Mobil ist eigentlich nie im Winter bewegt worden und war im Winter immer abgemeldet), ist natürlich die Ausstattung nicht mehr ganz zeitgemäß.

Schnell musste ich allerdings lernen, dass viele Dinge im Campingbereich, die bei einem heutigen Neufahrzeug nahezu zur Standartausrüstung gehören, bei einem älteren Mobil nur schwerlich und vor allem nur mit hohem finanziellen Aufwand nachzurüsten sind.

Was mich diesbezüglich schon nach der ersten Besichtigung unseres Wohnmobils gestört hat, war die fehlende Markise.
Und die Markise am Wohnmobil ist das, was für den Wohnwagencamper das Vorzelt ist.
Als wir unsere aller erste Tour mit einem Wohnmobil (ein Mietmobil) im Sommer 2006 gemacht haben, war es total schön mit nur geringem Aufwand (ein paar Kurbeldreher) den Bereich vor seinem Mobil mit ein wenig Schatten zu beglücken (dann muss man nicht in der prallen Sonne sitzen) und gleichzeitig so ein wenig „seinen Claim“ abzustecken und den kleinen Raum vor seiner Wohnmobiltür einzunehmen.
Klar ist das streng genommen Blödsinn, wenn man auf einem Campingplatz steht (was wir mehrheitlich tun), denn dort erhält man i.d.R. eine Parzelle zugeteilt, die weit mehr Platz bietet, als ein abgestelltes Mobil + ausgefahrene Markise überhaupt einnehmen kann.

Trotzdem ist dieser Claim rund um das Mobil der Lebensraum, der mit einer ausgefahrenen Markise noch ein kleines Stückchen erweitert wird.
Man ist irgendwie draußen aber doch nicht ;-)
Wer mit seinem Mobil länger an einem Ort verbleibt, der findet im Zubehörhandel sogar die Möglichkeit diese Markise mit Seitenwänden und Front zu einem richtigen Vorzelt oder einem sog. „Safari- Room“ auszubauen.

Ansonsten ist die Markise am Wohnmobil natürlich dadurch gekennzeichnet, dass sie schnell ausgefahren und innerhalb von 30 Sekunden einsatzbereit ist.
Wer wie wir mit dem Mobil unterwegs ist und meist nur 1 oder 2 Nächte auf einem Platz verbringt, der ist mit einer derart schnell betriebsbereiten Markise natürlich besser bedient, als mit dem umständlichen mitunter mehrstündigen Aufbau eines geräumigen Vorzeltes.
Dieses ist wirklich nur etwas für die Camper, die länger an einem Standort verbleiben.
Für 2 oder 3 Nächte ein Vorzelt aufbauen macht indes nur wenig Sinn.

Dieses kleine Stückchen „Extra“- Raum war uns jedoch wie gesagt beim Kauf unseres Mobils im Frühjahr 2007 nicht vergönnt, da an unserem Mobil keine Markise angebracht war.

Was wir aber hatten war immerhin eine Art Sonnensegel, welches man in die Kederschiene einführen konnte.
Die Kederschiene ist wie ein 3/4- förmiges Rohr  zu verstehen, in welches nun alle Arten von „gebietserweiternden“  Mitteln eingesteckt werden kann.
Größe und Aufbau haben sich über die letzten Jahre nicht verändert und zum Glück ist diese Schiene darüber hinaus genormt, sodass alle Elemente für die Kederschiene grundsätzlich nicht vom Hersteller des Fahrzeuges, des Mobils oder des Wohnwagens abhängig sind.
Einschränkungen bestehen allenfalls in der Art der angebrachten Schiene (gekrümmt, gerade, Länge, etc), worauf wir aber später noch kurz zu sprechen kommen.

Zurück zu unserem Mobil:
Wie gesagt hatten wir nur ein recht unansehnliches hellbraunes (!) Sonnensegel, welches darüber hinaus vom Stoff her äußerst lichtundurchlässig war.
Dieses „Segel“ besteht aus einer Art Gummimischung, aus dem man sich durchaus auch ein schnittiges Ölzeug für den Einsatz in einem U- Boot oder einen Taucheranzug des vergangenen Jahrhunderts hätte basteln könnte.
„Wetterfest“ wäre unser Sonnensegel damit zumindest theoretisch, praktisch waren allerdings bereits einige Beschädigungen an diesem Segel vorhanden, sodass es darunter auch getropft hat, wenn es drüber geregnet hat.
Nur einmal haben wir dieses Teil mehr schlecht als recht aufgebaut, das war während unserer Reise zur Nordseeküste im Sommer Mai 2008.

    
     Unser Wohnmobil mit eher "mäßig" aufgebautem Sonnensegel :-(

Neben dem umständlichen jedes Mal erforderlichen Einzug in die Kederschiene muss ein solches Sonnensegel natürlich auch aufgestellt werden.
Das Hauptproblem hierbei ist dann natürlich das korrekte Herunterbinden der Stützen, die den vorderen Teil des Segels halten und spannen.
Diese Sturmabspannung, die ich bislang nur vom Zelt kannte, muss beim Sonnensegel allerdings immer mit aufgebaut werden, da die Stützen alleine sonst nicht ausreichend sind, um das Sonnensegel unter Spannung zu halten.
Neben der Gefahr, dass einer über die Abspannung drüber stolpert, muss man auch ständig die Spannung kontrollieren, wenn man nicht plötzlich an einem schönen sonnigen Abend mitansehen möchte, wie das Segel schlaff herunter flaggt, weil sich einer der Heringe gelöst hat…

Kurzum, ein Sonnensegel hielt ich schon damals und halte es noch für äußerst unpraktisch und habe daher gleich beim Kauf unseres Wohnmobils proklamiert, dass wir uns kurzfristig so eine schicke Markise nachrüsten.
„Die kauf ich und mach sie dran“ war mein recht unbedarfter Spruch, als Anja fragte, wie wir das mit der Markise denn machen wollen.
Allerdings habe ich mit meinem eher unüberlegten Ausspruch gleich 2 Probleme auf 7 Wörtern bekommen:

1. Der Kauf der Markise:
Mein Gott! Das ist ja Wahnsinn!
Es scheint fast so, als seien diese Sonnensegel aus purem Gold?
Zumindest Blattgold muss dort vereinzelt verarbeitet sein, denn zwischen 400 und 500 Euro wollten die Händler für eine kleine Markise von uns haben.
Es gelang mir zwar nach einiger Recherche ein Angebot für eine kleine 3- Meter Markise in Höhe von 350,- € zu bekommen, aber auch das war mir entscheidend zu viel!
700 Mark für eine Markise!
„Nee“ haben wir uns gesagt, „das Geld geben wir lieber für den Urlaub aus!“ und haben uns den Kauf verkniffen, zumal wir ja gerade erst das Mobil angeschafft und auf das notwendigste ausgerüstet hatten und somit die Kasse für Freizeit, Reisen und Co. ziemlich leer und ausgehöhlt war.

2. Das (dauerhafte) Anbringen der Markise:
Selbst wenn ich unseren „geheimen Sparstrumpf“ für die Markise unter dem Bett hervor gekramt hätte, wäre es finanziell beim alleinigen Kauf der Markise nicht geblieben.
Etwas blauäugig stellte ich mir vor, dass ich einfach 2 oder 3 Löcher ins Mobil bohre und daran dann die Markise befestige.
Diesen Zahn hat man mir allerdings recht schnell im Wohnmobilforum gezogen, denn als „Hobby- Schrauber“ ohne Erfahrung öffnen wir mit unseren Bohrlöchern dem daraus höchstwahrscheinlich resultierenden Wasserschaden Tür und Tor.
Auch denke ich, dass eine Markise mal nicht „eben auf der Straße“ montiert werden kann und man hierfür am besten eine Bühne anstelle einer Leiter zur Montage verwendet.
Erfahrungen mit der Montage einer richtigen Markise oder überhaupt mit der Montage irgendwelcher Dinge am Wohnmobil hatte ich bis dato nicht, sodass hier mit Sicherheit die kostenpflichtige Montage bei einem Caravanmontagedienst erforderlich gewesen wäre.

Aus den genannten Gründen legten wir das Projekt Markise zunächst auf Eis.
Ich frühstückte oder grillte die Saison 2007 lang in der Sonne, kniff die Augen zu und versuchte mir in besonders sonnigen Momenten einfach vorzustellen, wie mein Geld in Form von kleinen Geldsäckchen mit Flügeln dran davon schweben würde (wie bei Dagobert Duck in den Disney- Comics…), wenn wir eine Markise kaufen würden, das half.

Im Sommer 2008 war Anja dann so klug mir einen kleinen Sonnenschirm zu besorgen und mir diesen in der Sonne zu platzieren.
Geniale und vor allem einfache Idee, allerdings haben wir bedingt durch die Rotation unseres Planeten um die Sonne die Herausforderung, dass wir alle halbe Stunde den kleinen Schirm ein Stückchen drehen müssen.
Das war auch keine dauerhafte Lösung…

Doch glücklicherweise bin ich ebenfalls im Sommer 2008 mehr oder weniger durch Zufall auf eine „Markise Light“ gestoßen, die ohne großen Aufwand am Mobil angebracht wird und darüber hinaus nur einen Bruchteil von dem kostet, was man für eine normale Markise hinlegen muss, die wir allerdings erst jetzt gekauft haben.

Die beiden wohl bekanntesten Hersteller für Freizeitzubehör in diesem Segment dürften Fiamma und Omnistor sein und beide hatten vor einiger Zeit eine Alternative zur teuren Markise auf den Markt gebracht, von der ich allerdings bis dato noch nichts gehört hatte.
Fiamma nennt das Teil „Fiamma Caravanstore“, bei Omnistor hört das Teil auf den Namen „Omnistor Caravan Style“.
Beide Angebote gibt es unterschiedlichen Ausfertigungen mit verschiedenen Längen.
Die kleinste Größe beginnt bereits ab 190 cm, die größte kann mit über 4 Metern Länge geordert werden.

Entschieden haben wir uns aufgrund des etwas günstigern Preises für das Angebot von Fiamma, genauer haben wir eine Fiamma Caravanstore mit einer Länge von 280 cm genommen und dafür beim Obelink (Campingausrüster in den Niederlanden, nähere Infos dazu finden sich auch hier: Wo Campingausrüstung kaufen) 185,- € bezahlt.
Ein günstiges Angebot, was ich hier in Deutschland nirgendwo billiger bekommen habe.
Rein von der Länge her ist unsere Kederschiene locker 5 Meter lang, da der Dethleffs Globetrotter SD unserer Baureihe jedoch über ein geknicktes Dach verfügt, können wir nur das längste gerade Stück zwischen Heckwand bis knapp über die Aufbautür verwenden.
Problem ist ja, dass die eingerollte Markise starr ist und nicht gebogen werden kann, daher muss die Kederschiene zur Montage ohne Winkel, Bögen oder Knicke frei und gerade sein.

     Ausgangslage am Wohnmobil
     Die Ausgangslage am Fahrzeug: Die Keder ist zwar lang genug, aber von Rückwand bis Knick blieben uns nur ca. 3 Meter


Die Markise kommt:

Nach dem Kauf haben wir zunächst einmal das Paket ausgepackt.
Dem Paket liegt neben Sack und darin eingenähter Markise auch eine ausführliche Bedienungsanleitung sowie eine weitere Tüte mit Befestigungsmaterial bei.
Die Anleitung ist gut verständlich, die wesentlichen Punkte sind zusätzlich auch im Sack nochmals angebracht und werden für den Aufbau ohne ggf. vorhandene Anleitung in Piktogrammen wiederholt.

         
     So kommt die Caravanstore zu uns: Sack mit Markise und...      Anleitung, Heringe, Spanngurt, Schockdämpfer und Kleinteile

Die Montage ist denkbar einfach:
Die Markise befindet sich nicht in einem festen Gehäuse, sondern in einer Art Sack, der ganz einfach in die vorhandene Kederschiene am Wohnmobil oder am Wohnwagen eingezogen wird. Hierzu rollt man die Markise zunächst komplett aus und führt dann den leeren Sack in die Kederschiene ein. Ohne das starre Markisengestänge ist der leere Sack ausreichend flexibel, um alle Ecken und Winkel beim Einzug problemlos zu meistern.
Für das Einziehen werden aber auf jeden Fall 2 Personen benötigt, da einer das mit dem Sack fest verbundene und ausgerollte Sonnensegel während des Einzugvorgangs festhalten sollte.

     Caravanstore in die Kederschiene einführen
    Es geht los: Der leere Sack mit ausgerollter Markise wird in die Keder eingeführt

Bohrungen am Fahrzeug oder eine fixe Montage entfällt, was uns als „Bastelexperten“ natürlich super entgegen kommt. ;-)
Einmal in die Kederschiene eingezogen verbleibt dieser Sack dann dauerhaft in der Kederschiene und muss nicht, anders als das einfache Sonnensegel, jedes Mal umständlich aus der Kederschiene ausgefädelt werden, wenn die Reise weiter geht.
Zur Fixierung des Sacks in der Kederschiene liegen 2 Halteelemente bei, die ebenfalls in die Kederschiene vor und hinter dem Sack eingezogen werden, anschließend können diese in der Kederschiene verschraubt werden.
Als Alternative zum Kederschienenstopper liegen weitere Schrauben bei, mit der der Sack auch direkt an der Schiene verschraubt werden kann.

Zum Schutz der Seitenwand des Wohnmobils werden an der Kontaktseite Mobilwand / Sack kleine Schaumstoffpolster aufgeklebt, die sollen Druckstellen an der Außenwand des Mobils vermeiden.
Last but not least liegen dem Sortiment 4 Heringe bei, mit der die beiden Bodenstangen und eine ggf. zu montierende Sturmabspannung der Bodenstangen im Boden fixiert werden können.

         
     Eingezogen und eingerollt bleibt die Markise am Fahrzeug         Schockpolster unter dem Sack verhindern Scheuern am Mobil


Nachdem der Sack in die Kederschiene eingezogen und fixiert ist, kann der eigentlich interessante Teil mit dem
Aufbau der Markise beginnen, und da wir das Sonnensegel eh gerade draußen haben, probieren wir nach dem doch etwas umständlichen Einziehen des Sacks (was man zum Glück nur einmal machen muss!) auch gleich mal den Aufbau aus:

Zunächst öffnet man den Reißverschluss und die drei Klettverschlüsse (bei unserem Modell gibt es 3), mit der die Markise im Sack gehalten wird.
Eine zweite Person kann hier ggf. die Markise schon festhalten.
Danach lässt man die Markise aus dem Sack einfach bis zum Ende ausrollen.

         
     Reissverschluß öffnen...                                                       ...und die Klettverschlüsse öffnen

              
     Dann die Markise ganz vorsichtig ausrollen...                            ...bis das Endstück frei liegt

Ist dann das Sonnensegel ausgefahren, kommen die Vorzüge der Caravanstore zum Einsatz, was diese Konstruktion von einem einfachen „Sonnensegel“ abhebt.
Anders, als bei einem einfachen Sonnensegel für die Kederschiene, welches natürlich stets umständlich herunter gebunden werden muss, verfügt die Caravanstore im Rundkörper über jeweils 2 Stangen an beiden Enden.
Diese werden einfach aus dem Hohlkörper ausgefahren.
Eine Stange wird angewinkelt und dient als Standbein und Kontakt zum Boden, damit lässt sich dann auch die Höhe des Sonnensegels einstellen.

              
     Im hohlen Metallrohr befinden sich je 2 Stangen...                    ...diese werden komplett ausgefahren...

        
     ...und angewinkelt.                                                                Eine Stange davon ist der Standfuss

Die zweite Stange ist jedoch der eigentliche Clou, denn dank dieser entfällt eben das besagte Herunterbinden des Segels auf Spannung, damit dieses nicht einfach schlapp gegen das Wohnmobil fällt, bei Wind Wellen schlägt oder durchhängt.
Dies funktioniert, wird ebenfalls parallel zum Sonnentuch in Richtung Wohnmobil bzw. Aufnahmesack gewinkelt.
Im Sack befinden sich auf beiden Seiten je ein Halter, dort wird diese zweite ausgefahrene Stange einfach eingessteckt.
Voilá, fertig ist das Sonnensegel!
Der allererste Aufbau hat weniger wie 5 Minuten gedauert (Anja meint es waren sogar nur 2 ;-) und das Sonnentuch ist gut gespannt und spendet schon jetzt tollen Schatten im kleinen Claim vor unserem Wohnmobil!

         
     Die zweite Stange wird parallel zum Sonnentuch gewinkelt...      ....und im dafür vorgesehenen Halter im Sack eingehängt!

     Caravanstore aufgebaut
     Das wars schon! Die Markise ist in weniger als 5 Minuten aufgebaut!

Der Abbau der Markise ist allerdings etwas umständlicher und verlangt von mindestens einer Person schon ein wenig Muskelschmalz in den Unterarmen.
Zunächst werden entgegengesetzt zum Aufbau die Stangen eingezogen und im runden hohlen Kopfteil des Sonnentuches verstaut.
Dann allerdings kommt man ins Schwitzen: Übernimmt beim Ausrollen der Markise die Schwerkraft die meiste Arbeit, muss beim Einrollen der Markise das Sonnentuch auf den runden Holkörper nach oben gewickelt werden.
Dies kostet besonders im oberen Abschnitt viel Kraft in den Unterarmen, wenn man das Sonnentuch einigermaßen gespannt einrollen möchte.

Hat man es dann geschafft das Sonnentuch bis zum Sack einzurollen, muss die eingerollte Markise dann nur noch in den Sack bugsiert und die Klettverschlüsse geschlossen werden.
Danach zieht man den Reißverschluss zu und fertig ist die Kiste.

Der Abbau dauert hierbei allerdings etwas länger und wir haben im Rahmen des ersten Versuches 3 Anläufe gebraucht, bis das Sonnentuch korrekt (und vor allem gerade auf der Rolle!) eingerollt und die Klettverschlüsse geschlossen waren.
Aber ich denke mit etwas Erfahrung wird auch das später mal kein Problem mehr sein.

 

Vorteile der Caravanstore / Caravan Style:

  1. keine feste Montage erforderlich (Kederschiene muss aber vorhanden sein!)
  2. geringe Anschaffungskosten gegenüber einer „richtigen“ Markise
  3. geringeres Gewicht gegenüber einer „richtigen“ Markise
  4. kann während der Fahrt am Fahrzeug verbleiben (aber nicht zu schnell fahren ;-)

Nachteile der Caravanstore / Caravan Style:

  1. Aufbau und Ausrollen umständlicher, als bei einer Markise
  2. Zum Aufbau / Abbau wird min. ein Tritt oder eine (z.B. Alkoven-) Leiter gebraucht
  3. Das Einrollen der Markise ist sehr kraftintensiv und geht in die Arme
  4. Aufbau / Abbau kann man zwar alleine machen, ein Helfer ist aber fast obligatorisch

 

Verbesserungsvorschlag für Fiamma (falls mal einer der Fa. Fiamma hier mit liest…;-):
Wenn man die Markise aus- oder einrollt und diese dabei nach rechts oder links schräg hält, kann es passieren, dass sich die beiden Stabilisatorstangen aus dem hohlen Rundkörper lösen und nach außen gleiten.
Die Markise "gerade" ausrollen aber besonders "gerade" einrollen ist nämlich gar nicht so einfach!
Und wenn man, so wie wir, auch noch ein grundsätzlich schräges Dach hat, kommt es recht häufig vor, dass sich die Stangen lösen und man diese durch eine zweite Person zusätzlich während des Rollvorgangs halten lassen muss.
Vielleicht kann man da mal einen zusätzlichen Clip oder sowas montieren, der die Seitenstangen im Rohr fixieren kann???

 

Fazit:
Wir sind mit dem Kauf sehr zufrieden!
Das geringe Gewicht die einfache Handhabung ohne „Löcher bohren“ und vor allem der günstige Kaufpreis gegenüber einer richtigen Markise wiegen mehr, als der doch etwas umständlichere Abbau der Markise.
Wir haben den Kauf somit nicht bereut und sind froh, dass wir (besonders ich) nun nicht bei stechender Mittagssonne oder auch mal einem leichten Regen sofort den Sitzplatz vor dem Mobil aufgeben müssen.
Und schick bzw. modern sieht das Teil auch noch aus:

     Fiamma Caravanstore am Wohnmobil
     Super oder? So lässt sich auch die stärkste Sonne bequem aushalten! :-)
     Die leichte Biegung im Sonnensegel stammt übrigens durch unser bauartbedingtes schräges Dach...

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Update vom 19. April 2009:
Während unserer Reise zum Balaton haben wir die Markise umfangreich im Alltag getestet. Dabei haben wir leider auch schon die erste Beschädigung aufgrund eines plötzlich aufziehenden Sturmes zu verzeichnen.

Tagelang hatten wir tolles Wetter, tagelang war es windstill.
Aber wovor schon der Reiseführer am Balaton warnt, haben wir beim Aufbau unserer Markise eher leichtsinnig unterlassen:
Das Fixieren der Bodenstangen mit den Heringen!
Ein plötzlicher Wetterumschwung (das ganze habe ich im Rahmen unseres Reiseabenteuers hier beschrieben: Sturm am Balaton / Markisenschaden) hob die Markise an und schlug diese auf das Dach.
Dabei hat es einen der Halter, die die parallel zum Sonnentuch verlaufenden Stangen aufnehmen, aus dem Sack gerissen.
Der Sack ist nun beschädigt und eingerissen.
Derzeit bin ich mit der Reparatur dieser Sache beschäftigt und werde in Kürze berichten, wie wir dieses Problem möglichst kostengünstig behoben haben.

         
     Kaputt durch Sturmschaden! :-(      Riss im Sack...                  ...und ein nun loser herausgerissener Halter, Kacke!

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Update vom 26. April 2009:
Heute ist ein schöner sonniger Tag!
Und wir haben uns entschlossen die defekte Markise zu reparieren, damit wir für die kommende Tour am 01. Mai wieder gerüstet sind :-)

Im Fachhandel haben wir uns PVC- Flicken und Kleber besorgt, damit starten wir unseren Reparaturversuch Teil 1.
Zunächst geht es uns darum die Löcher im Sack zu flicken.
Hierfür bringen wir je an der Innen- und an der Außenseite einen großzügig dimensionierten Flicken an, der vorab mit einer ordentlichen Portion PVC- Kleber bestrichen wird.

         
     Flicken und spez. PVC- Kleber aus dem Fachhandel                   die Flicken großzügig mit Kleber bestreichen und auftragen

Nachdem wir die Flicken aufgetragen haben, muss der Flicken mit ordentlich Druck auf das PVC gepresst werden.
Hierbei hilft uns dankenderweise die Chronik des 20. Jahrhunderts ;-)

Nach 20 Minuten Druck auf den Flicken ist der Kleber soweit trocken, dass wir mit dem Stechen der Löcher für den Halter beginnen können.
Damit wir den Flicken nicht sofort wieder zerstören, indem wir mit einem spitzen Gegenstand (Schere, Messer) den Flicken anschneiden und eventuelle tiefere Risse entstehen, enscheiden wir uns für das Stanzen eines Loches mithilfe einer Nietenzange.
Damit haben wir a. ein ausreichend großes Loch und b. franst das Loch nicht aus, da der Flicken mit der Niete verbunden ist.

         
     Danke an die Chronik des 20 Jahrhunderts... ;-)                        neue Löcher für den Halter stanzen wir mit der Nietenzange

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Update vom 03. Mai 2009:
Übrigens, eine wichtige Sache noch!
Der Flicken, den wir mittels beigepacktem Kleber auf dem Sack angebracht haben, stammt aus dem Haus von Omnistor, genauer vom Konkurrenzprodukt Omnistor Caravanstyle!
Zumindest war der Flicken hierfür extra zugelassen und auf dem Karton als verwendbar genannt.
Wir haben natürlich auch bei Fiamma geschaut, aber außer einem etwas besseren Tesafilm für die Markisentuchreparatur nichts vergleichbares gefunden.
Gut, der Flicken war natürlich nur die "halbe Miete", denn den alten Halter auf dem reparierten Sack anbringen mussten wir ja auch noch!
Ich wollte es eigentlich nicht schreiben, aber da ich von Fiamma selbst auch nicht wirklich Hilfe hierbei bekommen habe, muss ich ja wenigstens bei der Wahrheit bleiben, wo wir den besseren Reparaturflicken herbekommen haben...

Etwas enttäuscht waren wir von Fiamma nämlich, aber lest selbst:
Natürlich haben wir uns auch per email an Fiamma gewandt, ob man den Halter nebst Nippel vielleicht als Ersatzteil bekommen kann. Besonders diese Clips, mit denen der Halter im Tuch fixiert ist, kann nur einmal montiert werden. Der pappt dann fest, verkantet sich und zerstört sich beim lösen.
Also müssten ja 2 neue Nippel her!
Von Fiamma selbst haben wir leider gar keine Antwort auf unsere Frage bekommen, schon doof!
Ein Vertriebshändler für Fiamma in unserer Region schrieb uns immerhin eine mail zurück, dass er schaut, was er bekommen kann. Er würde sich dann wieder melden. Auf diese Meldung warten wir übrigens heute noch...

Nun, ohne entsprechendes Ersatzteil musste ebeneine andere Lösung her, die sich denkbar einfach gestaltet!
Wir schrauben einfach!
Steng genommen packen wir den Halter genau auf die oben gezeigten Nietenlöcher und setzen dann eine kleine Schraube mit Senkkopf in das Loch. Von der Sackinnenseite schrauben wir dann eine Mutter drauf. Dies machen wir so, damit die Schraube (die ja ein klein wenig übersteht) nicht auf die Wohnmobil- Seitenwand drückt.
Die Rückwand des Sacks ist nun wieder schön glatt, wird aber zusätzlich mit einem Klebepolster abgedämpft.

Tja und dann ist es soweit!
Im Rahmen unserer Cuxland- Tour 2009 haben wir unsere reparierte Markise mit an Bord gehabt.
Kaum auf dem Campingplatz angekommen, stand die Neumontage der Markise dann auf dem Programm:

         
     So, frisch repariert kann die Markise wieder ans Mobil!           Den ausgerissenen Halter haben wir mit einer Schraube fixiert

 

     geflickter Halter
     Hier mal in Nahaufnahme! Links ist die Schraube noch sichtbar, rechts haben wir schon ein Fliz aufgeklebt

 

         
     Na geht doch prima! Die Stange hat wieder den nötigen Halt!     Und fertig! Ab sofort haben wir wieder Schatten :-)

Eins hab ich aus dieser (unnötigen) Sache allerdings gelernt und gebe dies auch gerne allen Markisennutzern, ob nun fest am Fahrzeug verbaut oder eben wie bei uns mittels einer Sackmarkise, mit auf den weiteren Weg:
Nutzt die Heringe!
Selbst, wenn bei Ankunft auf dem Campingplatz die Sonne scheint und das schönste Wetter lockt, irgendwann kommt Wind, das Wetter schlägt um und dann geht es los!
*Zack* ist die Markise auf dem Dach und das Geld zum Fenster rausgeworfen.
Auch wenn es Arbeit ist, lieber 5 Minuten Heringe kloppen, als später reparieren oder gar teuer austauschen...

    
     Ein Sturmschaden passiert mir nicht mehr! Immer schön die Heringe nehmen ;-)

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Update vom 04. März 2011:
Seit nunmehr 2 Jahren sind wir mit der Fiamma Caravanstore unterwegs.
Und mit Ausnahme des (eigentlich selbst verschuldeten) Sturmschadens haben wir keine weiteren Probleme mit der Markise bekommen.
Einfach ausrollen, einstecken, fertig!
Gut, das Markisentuch ist mittlerweile ein wenig ausgeleiert und ist etwas "länger", als vorher, trotzdem kann es nach wie vor unter Spannung aufgebaut werden und hängt nicht durch.
Dies wird durch verschiedene Bohrungen in der Markisenstange erreicht, wo der Halter mit zunehmenden Alter immer eins weiter vorrückt und dann entsprechend einrastet.
Das ist schon clever gemacht!
Aktuell (Stand 2011) haben wir 2 von 4 Löchern genutzt, was wohl etwa die Hälfte der Lebensdauer der Markise entspricht.
Damit sind wir eigentlich ganz zufrieden, der Kauf hat sich für uns also gelohnt!

Tipps zur Reinigung:
Innerhalb von 2 Jahren muss man die Markise natürlich auch mal sauber machen!
Und da hat die Caravanstore der klassischen "Gestellmarkise" doch tatsächlich was voraus!
Denn anders, als die fest installierten Markisen können wir unsere Stützarme (wie beim Auf- bzw. Abbau erforderlich) ja einfach aushängen und schon schlafft die Markise einfach an der Wohnmobilwand herab.

Ideal zum Putzen!
Denn so muss ich nicht umständlich mit einer Leiter rund um die Markise arbeiten und komme mit etwas Pech noch nicht einmal in die Mitte des Tuchs, wenn die Markise besonders breit ist.

Und da sich auf dem Tuch unglaublich schnell Dreck sammelt (Baumharz, Vogelsch***, Pollen und was weiß ich...), ist das regelmäßige Reinigen schon wichtig.
Wir nehmen meist nur einfaches warmes Wasser mit einem Schuss sanftem Reinigungsmittel. Oder, wenn wir faul sind, Mehrzweck- Reinigungstücher (super sind die vom Aldi!).

Danach lassen wir die Markise möglichst noch in der Sonne trocknen, oder wischen mit einem trockenen Küchentuch einfach nach.

Voilá, und sauber ist die Markise, bereit für den nächsten Einsatz!

     Das Markisentuch hängt herab, ideal zum Reinigen!
     Ideal zum Reinigen! Einfach das Markisentuch runter hängen lassen und dann abwischen...


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Update Mai/Juni 2011:
Seit kurzem haben wir vom Wohnmobil zum Wohnwagen gewechselt!!
Zusammen mit all unserer Campingausrüstung aus dem Wohnmobil ist auch unsere Markise vom Wohnmobil an den Wohnwagen gewandert.
Immerhin passt die Fiamma Caravanstore an jede Kederleiste und es gibt wohl nur wenige Fahrzeuge, die nicht über eine solche Multifunktionsleiste verfügen.
Und, soviel dürfen wir vorweg nehmen, empfinden wir die Sackmarkise (ob nun von Fiamma oder von Omnistore) als ideale schnell aufgebaute und praktische Alternative zum Vorzelt!

Mit unserem Wechsel zum Wohnwagen möchten wir daher nun natürlich auch von unseren Erfahrungen berichten, die wir gemacht haben.
Denn Probleme, die wir am Wohnmobil mit der Markise hatten, müssen zwangsläufig nicht am Wohnwagen auftreten.
Dafür aber bekommen wir ganz neue Herausforderungen gestellt, die wir vorher am Wohnmobil nicht hatten!
Da wäre zum Beispiel der extrem kurze Aufbau mit Dachknick, der mich am Anfang ebenso an der Verwendbarkeit zweifeln liess, wie die Vorzeltleuchte.

Aber nachdem wir mit eher skeptischem Blick die Caravanstore in die Sackmarkise eingezogen hatten, hat es am Ende doch tatsächlich haarscharf gepasst:

         
     Unsere Sackmarkise kommt vom Wohnmobil...                        ...an den Wohnwagen dran!

         
     passt so gerade dran, dass die Markise nicht knickt!                 und auch für die Vorzeltleuchte besteht keine Gefahr, puh!!

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Sackmarkise gegen Vorzelt: Was ist besser?
Bei unserem Wohnwagen war ja auch ein Vorzelt dabei!
Das ist schön!
Und wenigstens einmal testweise mussten wir es ja mal aufbauen.
Auf unserer großen ersten Wohnwagenausfahrt nach Luxemburg haben wir dann auch gleich mal das Vorzelt aufgebaut.
Und damit diese Mühen jeder sehen kann, haben wir hier auch ein paar Bilder unseres aufgebauten Vorzelts:

    
     Zwar nicht ganz straff, aber immerhin gespannt: Das Vorzelt an unserem Adria- Wohnwagen

    
     Als Alternative zur Marise bietet sich das Dach aus dem Vorzelt solitär aufgebaut als reines Sonnensegel an

Nachteile des Vorzelts gegenüber der Sackmarkise:

  • Das Vorzelt muss im fahrbereiten Zustand im Wohnwagen oder Auto als Gepäck mitgeführt werden, ist dadurch sperrig und unhandlich beim Ein- und Ausladen. Die Sackmarkise verbleibt der Fahrt ständig am Fahrzeug.
  • Auf- und Abbau des Vorzeltes benötigt viel Zeit (mindestens 60 Minuten bis hin zu 2-3 Stunden je nach Art und Umfang). Die Sackmarkise ist in 5-10 Minuten ausgerollt und durch das integrierte Gestänge komplett aufgebaut.
  • Im Sommer bildet sich bei Sonneneinstrahlung schnell eine "Sauna" unter der Gummi- Oberfläche im Vorzelt.
  • Das Vorzelt ist deutlich schwerer zu reinigen und muss bei Regen am Abreisetag (und am Vortag) ggf. auch mal nass eingepackt und zuhause umständlich wieder ausgepackt und getrocknet werden.
  • Aufbau- und Gestänge des Vorzeltes insgesamt ein wenig umständlicher, aber auch weniger stabil, als die starre Anbringung der Sackmarkise in der Kederleiste.

Vorteile des Vorzelts gegenüber der Sackmarkise:

  • Der Raum im Vorzelt kann vollwertig z.B. für eine Küche oder einen Wintergarten genutzt werden (auch im Winter). Einmal aufgebaut (besonders bei längerer Standzeit) wird der Lebens- und Wohnraum deutlich erweitert, ohne gleich einen großen und schwer fahrbaren Wohnwagen besitzen zu müssen. Auch kleine Wohnwagen werden durch ein vollwertiges Vorzelt ohne größere Einschränkungen für bis zu 4 Personen reiseklar.
  • Bei Wind, Wetter, Kälte und schlechter Witterung kann man auch am Abend noch "draußen" sein, ohne frieren oder nass werden zu müssen. Auch können einzelne Personen der Reisegruppe (z.B. die Eltern) am Abend noch länger bei einem Gläschen Wein zusammen sitzen, während die Kinder bereits im Wohnwagen schlafen
  • Steht man länger auf einem Platz, kann man das Vorzelt auch häuslich einrichten, sowie auch als Abstellplatz / Garage z.B. für Fahrräder, Grill, usw nutzen, damit diese nicht "offen" auf der Parzelle stehen.
  • Lässt man die Seiten- und Frontteile weg, wird das Vorzeltdach zum Sonnensegel und spendet analog einer Markise ausreichend Schatten (siehe Bild oben).

Unser Fazit:

Gegenüber einem einfachen Sonnensegel ist eine Markise oder ein Vorzelt natürlich immer ein absolutes Luxusplus! Besonders deswegen, weil durch die Stangenkonstruktion das Gerüst selbsttragend ist und somit grundsätzlich nicht abgespannt werden müsste, wenn es "wind- und sturmfreie" Ferien geben würde.
Ob also nun Sackmarkise oder Vorzelt, beide Elemente machen den Lebensraum vor einem Freizeitfahrzeug überhaupt erst wohnlich.
Wer es gerne luftig mag, nur etwas Schatten für das Campen im freien benötigt und sich durch besondere "Faulitis" auszeichnet, weil er ungern umfangreich Auf- und Abbauten im Urlaub erledigt, wird mit der Sackmarkise allein zufrieden sein. Besonders dann, wenn er häufig(er) den Standplatz wechselt und nicht 3 Wochen an einem Ort verweilt.
Wer seinen Lebensraum besonders bei längeren Standzeiten gerne umfangreich erweitern möchte, kommt hingegen fast kaum an einem Vorzelt vorbei, zu groß ist der Raumgewinn eines fast vollwertigen Zimmers!

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann die Vorteile der Sackmarkise mit den Vorteilen des Vorzeltes kombinieren!
Denn mit den optional zusätzlich kaufbaren Seiten- und Frontteilen der Sackmarkise (genannt "Safari Room") kann aus dem einfachen Sonnenschutz der Sackmarkise schnell ein vollwertiges Vorzelt werden.

 

 

 
         
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