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Reiseträume mit 30 Tagen
Urlaub im Jahr
 
  

 
 
 

 

Mit Fahrrad und Wohnwagen in den Urlaub!
Unser Radträger für die Wohnwagendeichsel

Vorwort: Von Laien für Laien!

Unsere Bilder sowie der enthaltene Text stellt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit dar.
Auch übernimmt der Autor keinerlei Haftung bei falsch oder richtig angewandter Durchführung der hier in Wort und Bild mitgeteilten Erfahrungen und Anleitungen.
Wir stellen dar, was wir beim Ausbau vorgefunden haben, auf welche Probleme wir gestoßen sind und wie wir diese nach unserer Meinung am besten gelöst haben:

 

Mit Auto, Wohnwagen und Fahrrad in den Urlaub!
Ein Radträger für die Deichsel am Wohnwagen...

Es soll ja Faulpelze im Urlaub geben!
Besonders Camper mit Wohnwagen und Auto haben hierfür geeignetes Potential.
Mit dem Auto zum Bäcker, mit dem Auto zum Waschhaus, mit dem Auto zum Parzellennachbarn. Kennen wir alles, haben wir alles schon gesehen und natürlich NOCH NIE selber gemacht! ;-)

OK, man muss dazu sagen, dass wir in den Jahren 2007-2011 auf unseren Wohnmobil- Touren natürlich nicht mit dem Wohnmobil morgens zum Bäcker gefahren sind. Das ginge ja schlecht.
Aber jetzt, wo seit Mai 2011 ein Wohnwagen unser getreues Wohnmobil abgelöst hat, sind wir natürlich über die neuen Freiheiten eines mobilen PKW am Urlaubort richtig erfreut und nutzen diese auch regelmäßig.

Früher, auf unseren Urlauben mit dem Wohnmobil, hatten wir jedoch als einiziges mobiles Fahrzeug am Urlaubsort nur unsere Fahrräder dabei.
Für die Mitnahme einens Kleinwagen, den man bei super- Luxuswohnmobilen gelegentlich in der Heckgarage verschwinden sieht, fehlte uns ganz einfach der Stauraum.
Und für die "Light"- Lösung mit Rollerbühne am Heck des Wohnmobils fehlte Anja und mir der entsprechende 1er Führerschein, um einen adäquaten 125er Roller zu fahren.

Und trotzdem haben wir den beschränkten Radius mit den Fahrrädern nie als Makel empfunden, sondern dank schöner Radtouren sogar noch was für Gesundheit und Umwelt getan.
Gut, am Abend tat schonmal der Hintern weh (besonders nach Gewalttouren wie auf der Nordseeinsel Fanö im Sommer 2011 ;-) aber dafür war man selbst auf dem Campingplatz fix am Servicehaus, beim Bäcker oder am platzeigenen Supermarkt.

     Mit dem Fahrrad im Campingurlaub
     Mit Fahrrad im Urlaub: Schöne Radtouren, fit bleibt man auch, das ist doch schön!

Diese Mobiltät möchten wir uns auch bei nun vorhandenem PKW gerne bewahren und auch künftig unsere Fahrräder mit in den Urlaub nehmen.
Mieträder, die auch eine Alternative darstellen könnten, kommen für uns jedoch nicht in Frage.
Zum einen kosten die Geld, dann muss man sich ums Abholen und Wegbringen kümmern und so richtig "gut" haben wir darüber hinaus auch noch auf keinem Mietfahrrad gesessen.
Nein, das ist keine Lösung, das eigene Rad muss mit.

Nur wie?
Auf dem Autodach?
Sicherlich eine Idee, aber da ich (Björn) in den letzten Wochen das Windsurfen für mich entdeckt und mir hierfür sogar ein eigenes (einfaches gebrauchtes) Surfbrett nebst Ausrüstung gekauft habe, brauche ich das Autodach und den Dachträger für das Surfbrett.

Die Fahrräder müssen also irgendwie zusammen mit dem Wohnwagen mitgenommen werden!
Wir könnten es uns natürlich einfach machen und die Räder ganz easy in den Wohnwagen stellen.
Da diese aber ungesichert dann beim Bremsen und Beschleunigen hin und her rutschen und selbst im gesicherten Zustand jegliche "Unterwegsnutzung" des Wohnwagens komplett eliminieren würden, stellt das natürlich keine Lösung dar.
Wohin also? Und da gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Die Deichsel!
An der Rückwand eines Wohnwagens, was man relativ häufig sieht, hat ein Radträger hingegen meiner Meinung nach nichts zu suchen!
Es sei denn, es geht gar nicht anders und auch dann nur, wenn man sich über folgende 2 Gefahren gewahr wird:

Zum einen das verschlechterte Fahrverhalten. Ein am Heck montierter Radträger mit 2 auf 3 Fahrrädern bringt gut und gerne an die 50 Kilo auf die Waage!
Bei Zuladungen im Bereich von 200-300 Kilo, die ein Standard- Wohnwagen heutzutage zu bieten hat, sind 50 Kilo schnell bis zu 25% des erlaubten Zuladungsgewichts!
Nun, daran kann man natürlich nichts ändern, wenn man die Räder mitnehmen möchte. Aber wenn man schon solche „schweren Brocken“ am bzw. im Wohnwagen transportiert, sollten diese für eine gute Fahrphysik möglichst nah zu den Achsen und mittig transportiert werden.
Geht natürlich weder bei einem Heck- noch bei einem Deichselträger.
Auf dem Deichselträger aber ist das Gewicht immerhin an der Anhängerkupplung und kann über die Stützlast der Kupplung ideal aufgefangen werden.
Mit einer guten Stützlastwaage kann man dann über eine entsprechende Ausgleichsbeladung mittig oder im Heckbereich des Wohnwagens für eine optimale Gewichtsverteilung sorgen.
Hängt der Radträger mit seinen 50 Kilo hingegen an der Rückwand, ist wie bei einer Wippe das Heck des Wohnwagens bereits extrem lastig und es ist selbst mit vollen Wassertanks und vollen Gasflaschen nicht mehr so einfach, das Gewichtsverhältnis zwischen Achse und den beiden Endpunkten im Bug und Heck des Wohnwagens gleichmäßig zu verteilten.

Noch ein weiterer wichtiger Punkt spricht für die Variante „Deichselträger“.
Man stelle sich vor, man müsste so einen mit 2 oder 3 Rädern beladenen Fahrradträger einmal hochheben!
Schwierig oder?
Das Teil ist extrem schwer und unhandlich!
Und genau so geht es dem Wohnwagen natürlich auch!
Der Wohnwagen hat ja allein schon aus Gewichtsgründen nur eine vergleichsweise dünne Heckwand.
Diese ist darüber hinaus keine durchgehende Holzkonstruktion, sondern natürlich nur ein Lattengerüst, wo die Zwischenräume entweder mit Schaum oder mit Styropor ausgekleidet sind.
An diese gerade mal sich selbst tragende Heckwand hängen wir nun einen Radträger!
Klar wird der leere Fahrradträger noch einfach zu montieren sein.
4 Löcher rein, fette Unterlegscheiben, das hält schon!
Und halten wird es wohl, auch wenn später die Räder drauf sind und das Gewicht an der Heckwand drückt und nach unten zieht.
Aber nun stellt man sich mal vor, man fährt mit diesem derart beladenen Heckträger über Bodenwellen, oder über die lustigen „Drempel“ in Holland, die dort überall auf der Straße liegen. Quasi als Ersatz für die nicht vorhandenen Berge ;-)
Jedes Mal, wenn man in voller oder halber Fahrt über einen solchen Hubbel oder Drempel fährt, zerrt das komplette Gewicht des Radträgers an der Heckwand!
Es dürfte nicht schwer fallen sich vorzustellen, wie nach einigen Jahren die Heckwand immer weiter unter diesem Druck leidet.
Die Folge sind dann erste Dehnungen in den Dichtungen von Seitenwand und am Dach, die dann später unmittelbar zu Feuchtigkeitsschäden führen können.
Und dann ist der Wohnwagen ein Feuchtbiotop!

Aus oben genannten Gründen kommt somit für uns nur die Lösung auf der Deichsel in Frage.
Die einfachsten No- Name Modelle haben wir beim Obelink in Holland schon für 69 Euro gesehen, ein Markenprodukt wie der 2er Radträger „Carry Bike“ XLA von Fiamma schlägt mit 75 Euro zu Buche.

          
     Der billige "No- Name" kostet 69,95 €. Naja.                            Dann lieber 6 Euro mehr und den guten von Fiamma gekauft

Etwa 15-20% teurer sind die Produkte in Deutschland, bei Amazon müsste für den gleichen Radträger ca. 85-95 Euro bezahlt werden.
Ein aktuelles Angebot gäbe es zum Beispiel hier: Fiamma Carry Bike "XL A" bei amazon.de
Aber auch im Fachhandel wie z.B. bei Fritz Berger ist der Radträger natürlich zu bekommen und wer in der Mitte Deutschlands wohnt, kann natürlich wegen der Fahrtkosten nach Holland selbst beim besten Angebot vom Obelink nicht mehr sparen...

 

Die Montage auf der Deichsel ist ziemlich einfach und funktioniert sogar „fast“ ohne Bohren, doch der Reihe nach:
Als erstes wird natürlich geschaut, ob das gelieferte oder selbst gekaufte Paket auch vollständig ist.
Neben allen Bauteilen darf natürlich auch eine leicht verständliche Anleitung nicht fehlen...

         
     Klein, handlich und kompakt, da soll ein Radträger drin sein?    Naja, schauen wir mal! Hier auf die Deichsel soll er drauf

         
     Bestandsaufnahme: Halter, Rahmen, Kleinteile...                      ...und natürlich eine bebilderte Anleitung. OK, alles da!

Bevor es gleich ans Schrauben geht, sollte man natürlich prüfen, ob der Radträger überhaupt auf die Deichsel passt.
Zweifelsohne kann man bestimmt auf jede Deichsel einen Radträger montieren, aber wenn sich am Ende der Deichselkasten nicht mehr öffnen lässt, oder die Stützradkurbel an den Radträger stößt, hat man natürlich nichts gewonnen. ;-)
Bei uns passt es wirklich haarscharf, wobei wir sogar beim Hebel für die Höhenverstellung des Stützrades die kleine Schutzkappe vom Griff abmachen müssen.
Dieser entscheidende Zentimeter ist wichtig, damit wir auf der anderen Seite den Deichselkasten bei leerem Träger noch öffnen können und die Pedale des Fahrrads im beladenen Zustand nicht den Deichselkasten berühren, oder der Lenker das Bugfenster des Wohnwagens einschlägt.
Auch das prüfen wir natürlich vorher, bevor wir den Metallrahmen mit den lose aufgelegten Aufnahmeschienen für die Räder fixieren.

         
     Damit der Deichselkasten bei uns später noch aufgeht...            ...muss der Träger ganz nach vorne bis zum Stützradhalter!

         
     Auch das Fahrrad sollte mal testweise drauf gestellt werden!     Passt alles und berühren Pedale wie Lenker nicht den Wowa?

Transitfrei- Zwischentipp Nr. 908:
Bevor wir später unsere Fahrräder verladen, sollte der Wassertank gefüllt und die Gasflasche einsatzbereit sein, falls man unterwegs nicht die Räder abnehmen möchte!
Sind die Räder erst einmal auf dem Radträger montiert, kommt man nämlich an den Deichselkasten nicht mehr dran!
Es gibt zwar im Handel auch Fahrradträger, die sich mit Fahrrädern drauf wegschwenken lassen, diese kosten aber ein Vielfaches von dem, was ein "einfacher" Radträger wie unserer kostet...
Am Zielort angekommen sind es dann natürlich die Fahrräder, die als erstes abgeladen werden müssen, damit man an Brauchwassertank, Klochemie und Stromkabel dran kommt...

Das Festschrauben des austarierten Trägers ist übrigens ein ganz schöner Kraftakt!
Damit die Umschlagbügel, die an 4 Stellen mit einem halbrunden Metallprofil auch auf jeder dicken wie dünnen Deichsel halten, sind die Bügelärmchen extrem lang!
Mit dem Akkuschrauber oder Nuss&Knarre kann man dann gerade mal 1/5 des Schraubweges vordrehen, ab dann muss ein Maul- oder Ringschlüssel zum Einsatz kommen.
Und damit dreht man sich echt einen Wolf!
Übrigens: Ein bisschen Fingerspitzengefühl für „fest“ sollte man schon mitbringen!
Denn nachdem die Schraube den Bügel eigentlich in der finalen Stellung fixiert, könnte man theoretisch noch ein wenig weiter drehen!
Die Schraube würde dann allerdings das Bügelärmchen verbiegen, da die Bügel nicht vollumfänglich im Winkel mit dem Winkel des Deichselrahmens abschließen. Dies mal als Info am Rande.
Am besten lässt man (so hab ich es gemacht ;-) die Frau die letzten Umdrehungen mit dem Schraubenschlüssel machen.

         
     Anja schraubt sich wirklich einen Wolf!             Die Metallbügel haben einen extrem langen Schraubweg, bis die Platte sitzt...

         
     Nach fest kommt krumm! Der Bügel kann sich biegen :-o          Zum Schluss verschrauben wir den oberen U- Träger

Sind die Bügelärmchen mit den selbstsichernden Muttern verschraubt, kommt der obere U- Träger dran.
Hier werden später mal die Räder mit kleinen Riemchen fixiert (2 Stück liegen bei, ein bisschen wenig, wie ich finde!), sodass diese während der Fahrt auch nicht hin und her schaukeln.
Der U- Träger ist übrigens variabel, sodass die Räder ggf. auch ein wenig schräg fixiert werden könnten. Dies ist z.B. dann interessant, wenn man nur ein Fahrrad mitnehmen möchte.
Ein weiteres kleines Manko wären die beiden zu kurzen Schaumstoffelemente, die man auf dem Träger zwar verschieben kann,  aber leider nicht alle Kontaktpunkte des Fahrrades mit dem Träger abdecken. Hier werde ich vielleicht mal Rohrisolierung aus dem Baumarktkaufen und den ganzen Rahmen mit Schaumstoff umspannen.

Damit der untere tragende Rahmen (auf diesem sind die beiden Aufnahmeschienen für die Räder montiert) unter den Metallbeschlag nicht hin und her rutschen kann, empfiehlt die Anleitung das Rohr anzubohren und die beiliegenden Schrauben dort einzusetzen.
Eigentlich wirkt der Radträger schon recht stabil, aber auch das machen wir natürlich.
Mit dem Akku- Schrauber ist das Loch schnell gesetzt und die Schrauben eingedreht.

         
     Das Loch im Alu- Träger wird kurz angebohrt                           hier kommen die Schrauben zur finalen Fixierung rein

Das wars eigentlich schon!
Mit langen Armen und tauben Fingern vom vielen Schrauben bewundern wir stolz unser Werk.
Von nun an können die Räder mit den Wohnwagen- Urlaub!

         
     Ab sofort immer dabei: Unsere Räder im Urlaub!                      Schnell verladen und sicher verschnürt :-)

Montagezeit:
Für 1-2 Personen ca. 60-80 Minuten, wobei besonders auf das mühselige Schrauben der 8 Sicherungsmuttern schnell mal gut und gerne die Hälfte der Zeit entfällt, besonders wenn der Radträger mehrfach auf der Deichsel verschoben werden muss.
Benötigtes Werkzeug:
Neben einem Akkuschrauber mit Metall- Bohrfutter benötigt man zusätzlich noch die entsprechenden Schraubenschlüssel als Maul- oder Ringschlüssel.
Auch ein Schraubendreher ist erforderlich, um die 4 Sicherungsschrauben des Metallbeschlags in den Rohrrahmen eindrehen zu können.
Alle übrigen Materialien wie Schrauben und Metallteile lagen dem Paket vollständig bei.

Unser Fazit:
Relativ leicht zu montieren, wobei man besonders bei kurzen Deichseln etwas mehr Zeit zur optimalen Lage auf der Deichsel benötigt und den Träger ggf. mehrfach hin und her verschieben muss.
Auch das Schrauben benötigt etwas Zeit.
Die beigelegten Sicherungsmittel bestehen zum einen aus je einem Kunststoffspanner, mit dem jeweils das Vorderrad und das Hinterrad in der Aufnahmemulde gesichert wird.
Der obere Teil des Fahrrads wird mit einem beigelegten Riemchen am U- Profil fixiert, wobei mir lediglich ein Riemchen als zu wenig erscheint.
Ist der Radträger erst einmal montiert, stehen 2 Räder gut und sicher auf dem Träger und können auch über längere Strecken mit dem Wohnwagen problemlos transportiert werden.
Mehrere Touren haben wir mit den Rädern am Träger schon gemacht (2x Holland, 1x Insel Fehmarn, zusammen mit locker 2000 km Gespannbetrieb) und bislang noch keine erhöhten Verschleiß- oder Abnutzungserscheinungen festgestellt.
Wir sind mit dem Kauf eigentlich recht zufrieden!

 

 

 
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