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Reiseträume mit 30 Tagen
Urlaub im Jahr
 
  

 
 
 

 
Reiseplanung, Vorgeschichte und Prolog, KW 38

Schottland, hmm.
Klingt unwirklich, weit und fern.
Klingt nach „Braveheart“ mit Mel Gibson, Männer in Röcken, Highlands, Scottish Clansmen und Loch Ness.
Oder Gothik und Mystik und dabei natürlich nach „Sakrileg“ von Dan Brown.

Schottland war schon immer ein Traum von uns beiden, genau wie Irland.
Wir haben schon ein paar Mal durchgerechnet, wie teuer uns ein Kurztripp nach Schottland kommt, wenn wir mit Air Berlin, Ryanair, Easyjet, germanwings oder hlx fliegen würden.

Dabei sind die Flüge ja gar nicht mal teuer.
Bereits ab um 50 € für uns beide zusammen habe ich mit Ryanair schon ausmachen können. Die dt. Fluglinien kommen mit verkehrsgünstigeren Flughäfen und besseren Anreisemöglichkeiten für uns mit 90,- € knapp dahinter.
Das Problem sind die Leistungen drumherum.
Einen Mietwagen bräuchte man schon so für 3 oder besser 4 Tage, um sich wenigstens mal einen Überblick zu verschaffen.
Dummerweise sind Mietwagen anders als in den südlichen Ländern wie Spanien, Griechenland oder Türkei in England bzw. Schottland nicht zum Sparpreis zu bekommen.

Ähnlich verhält es sich mit Hotels oder in unserem finanziellen Rahmen mit Guesthouses, Cottages und Bed&Breakfast.
Wir haben es ein paar Mal hoch gerechnet: Gästezimmer für uns beide zusammen nicht für unter 80 € pro Nacht, dazu der Mietwagen, der ebenfalls für unter 150 € für 4 Tage kaum zu bekommen ist.
Natürlich kann ich einen Fiat Seicento schon für 100 € bekommen, aber wenigstens ein bisschen sollte man schon an Platz haben.
Besonders wenn ich als großer Mensch (190 cm), meine Frau und unser Gepäck in dem Wagen Platz finden sollen. Dann muss es mindestens ein Wagen der Gruppe Twingo/Clio oder Punto/Panda sein.
Und die habe ich trotz größter Anstrengungen nicht für kleineres Geld finden können.

Die andere Variante wäre die Fahrt mit dem eigenen PKW gewesen. Linksfahrerabenteuer mit dem eigenen Festland- Linkslenker inklusive. Das Problem hier: Die gesparten Kosten für den Flug werden komplett durch die Fähren aufgefressen und mehr noch: Durch die lange Anreise sind mindestens 2 weitere (teure) Nächte erforderlich, man kann ja nicht in einem Stück nach Schottland durchrauschen.
OK, man kann schon, sollte das aber nicht.

So haben wir das Projekt Schottland die letzten 2 Jahre immer wieder vor uns her geschoben, obwohl wir einen guten Grund haben mal Schottland zu besuchen.
Wir besitzen dort nämlich ein kleines Stückchen Land.
Nichts Großes: „One Square Foot“, also etwa so 30 x 30 cm. Wir haben dieses kleine Stückchen Land über moonestates.com gekauft, zuhause an der Wand hängt die Urkunde für meine Frau mit Karte und Plot-Number.
War ein Weihnachtsgeschenk für Anja damals 2005. Nach dem Dokument darf sich meine Frau mit dem Titel Laird bzw. Lady of Glencairn schmücken.
Vielleicht ein bisschen Spielerei, wer weiß, aber trotzdem habe ich schon im Internet einige Menschen wieder gefunden, die sich ebenfalls damit hochoffiziell titulieren. Es soll auch einige geben, die sich das als Künstlernamen in den Perso haben eintragen lassen. Soll aber nicht mehr gehen. Naja, sei´s drum.

    
     Urkunde zuhause an der Wand, fehlt nur noch ein Live-von-vor-Ort-Bild :-)

Aber zurück zum Thema, wie gesagt ein Grund für den Besuch haben wir.
Nur finanziell haben und für einen Kurztripp stets die hohen Kosten abgeschreckt. Und für einen Jahresurlaub war für uns das Reiseziel nie attraktiv genug.
Verhält sich fast so wie mit unserer Reise zum Nordkapp 2006, für die wir uns ein Wohnmobil gemietet haben, um den Vorgaben gerecht zu werden.
Teure Anreise, geringe und wenn vorhanden teuere Übernachtungsmöglichkeiten. Damals war der einzige Ausweg ein Mietmobil.

Nun besitzen wir ein eigenes Wohnmobil !
Und damit können wir auch endlich unseren langen Traum vom Schottlandbesuch verwirklichen.

Allgemeine Vorbereitungen und KW 38 (eine Woche vor unserer Reise)

Unser Wohnmobil besitzen wir nun schon seit März 2007 und haben seit dem knapp 6.000km damit zurück gelegt.
Bisher waren wir damit nur in unseren Breiten unterwegs, das weiteste war bisher Dänemark im Sommer 2007, sonst nur benachbartes Ausland oder innerdeutsch.
Wir haben bei diesen Reisen viel über die Technik des Wohnmobils gelernt, an so machen Stellen Lehrgeld bezahlt und uns auch sonst immer mehr mit dem eigenen Wohnmobil angefreundet.
Nun wollen wir mit der Reise nach Schottland das erste richtige Abenteuer angehen und haben dafür das Fahrzeug etwas aufgerüstet.
Zunächst sei da mal eine techn. Inspektion und Wartung bei Fiat enthalten. Kühler und Getriebe wurden gecheckt: Kühler hatte eine lose Schlauchschelle, dem Getriebe wurden 0,25l Getriebeöl hinzugegeben. Ansonsten alles in bester Ordnung.
Dann haben wir natürlich aus Sicherheitsgründen den Zahnriemen wechseln lassen. Ich habe zwar einen Haufen alter Rechnungen bis 2002 beim Kauf zu dem Fahrzeug dazu bekommen, ein Zahnriemen war jedoch nicht mit dabei. Und da Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, haben wir den gleich mal mit getauscht.

Dann haben wir uns Gedanken über das freie Stehen gemacht.
Die obligatorische einmalige Übernachtung auf einem Parkplatz zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit.
Damit sind wir bereits in der ersten Nacht 2006 mit dem Mietmobil baden gegangen, denn wir wurden gleich in der ersten Nacht beraubt, während wir im Wohnmobil geschlafen haben.
Das prägt!
Und so fährt die Angst immer ein Stück weit mit und man wird nervös, wenn man irgendwo frei steht und dort plötzlich nächtigen soll.
Dabei machen uns tumbe Einbrecher, die einfach eine Scheibe einschlagen oder die Tür aufbrechen weniger Sorgen.
Diese würde man ja wenigstens noch hören, wenn sie ins Fahrzeug eindringen wollen und man könnte entsprechende Gegenmaßnahmen treffen. So ein Viehtreiber mit 200.000 Volt am Stock wäre schon eine Investition, die ich ernsthaft ins Auge fasse ;-)

Viel mehr machen uns jedoch die Einbrecher Sorgen, die lautlos ins Fahrzeug einsteigen.
Zu dieser Kategorie gehörten auch die Einbrecher im Juni 2006. Auch diese sind damals lautlos eingestiegen, haben sich in Ruhe umgesehen und mitgenommen, was ihnen gefiel, während Anja und ich seelenruhig im Alkoven geschlafen haben.
Die Dreistigkeit der Diebe wurde nur dadurch übertroffen, dass sie neben uns auch noch ein weiteres Mobil leer gemacht haben, welches nah bei uns stand. Unglaublich…

Seit dem sind wir stets vor dieser Gruppe in Sorge, weil sich diese an uns heran schleichen können, während wir schlafen.
Damit muss man erstmal klar kommen…

Um es dieser Diebes- oder Einbruchsgruppe daher zu erschweren, haben wir uns einige Sicherungsmaßnahmen einfallen lassen, dazu gehört eine Alarmanlage, ein Zurrband für Fahrer- und Beifahrertür und seit neuestem ein Sicherheitsschloss von Fiamma für die Aufbautür.

Reiseliteratur für Schottland:
Auch haben wir uns entsprechend mit Reisematerial eingedeckt.
Hierzu zählt zunächst mal Band 33 aus der WOMO- Reihe, ein reiner Schottlandführer für Wohnmobillisten. Es gibt auch einen England-Führer aus der gleichen Reihe, dieser erschien uns aber unnötig, England wird ja von uns allenfalls nur durchquert.
Den Reiseführer für Schottland haben wir neu bei amazon bestellt, es soll davon verschiedene Auflagen geben, wir wollten auf jeden Fall eine Aktuelle.

Dann haben wir uns natürlich auch bei den Reiseberichten im Internet umgeschaut.
Dabei habe ich einige hochwertige Reiseberichte gefunden, die zwei Besten möchte ich hier nicht vorenthalten und teile daher die folgenden Links mit dem interessierten Leser:

Beachten Sie bitte, dass ich als Autor und Webmaster von transitfrei.de für diese externen Inhalte nicht verantwortlich bin und keinen Einfluss auf die dortigen Inhalte habe. Zum Zeitpunkt meines Besuches (September 2007) waren die Seiten problemlos erreichbar, für uns absolut zielführend und nicht anderweitig missbraucht.
Im Übrigen gelten unsere Rechtshinweise für externe Links, die man in unserem Impressum nachlesen kann.

www.patrick-kaufhold.de Webseite von Patrick Kaufhold, der neben vielen anderen Reisen, wirklich ganz eindrucksvoll die Reise nach Schottland beschreibt. Man hat das Gefühl im Fahrzeug als stummer Begleiter mit zu fahren.
Absolut empfehlenswert !

www.haggishunter.de Webseite von Günther Rudolph aus Bielefeld, er wiederum hat die Ergebnisse mehrerer Reisen nach Schottland zusammen getragen und stellt das Ergebnis aus diesen Reisen bereit.
Etwas statischer, als der obere Bericht, dafür aber eine gute Quintessenz aus verschiedenen Eindrücken und Erlebnissen aus mehreren Reisen. Auch Prädikat: Besonders wertvoll!

Neben diesen Wohnmobilbezogenen Reiseberichten und dem WOMO- Reiseführer haben wir noch 2 kleine Reiseführer allgemein für Schottland. Es handelt sich um den Reiseführer "Schottland" aus dem Dumont- Verlag und "Schottland" aus dem Merian- Verlag.
Beide haben wir im Angebot in der Bahnhofsbuchhandlung des Kölner Hbf bekommen, die Ausgaben sind zwar schon was älter aber dennoch gut brauchbar.

Als nächstes ist eine gute Reisekarte erforderlich. Bereits im August haben wir uns daher vom ADAC wieder ein Tour-Set bestellt. Dieses Tour-Set beinhaltet alles wesentliche für die Reise, ein paar Reisekarten, lokale Empfehlungen und ein Datenblatt mit den wichtigsten Regeln (Verkehr, Allgemein, etc). Damit ist man schon mal gut gerüstet.

Anja hat darüber hinaus von ihrem Arbeitskollegen einen solchen sogenannten Road Atlas geliehen bekommen.
Dies ist eine Art Ringbuch in DIN-A-3 Format, welcher längs gelesen wird und die britischen Straßenkarten beinhaltet.
Der Atlas ist schon älter (Ausgabe 1997), trotzdem sind wir von der Detailfülle überrascht.
Mal sehen, was sich als Navigationsinstrument am besten eignet.

 

Die möglichen Passagen:
Ein Mysterium für sich ist allerdings die Ermittlung der günstigsten Passage für die Kanalüberquerung.
Ich habe den Reiseführer und die Webseiten studiert und gelesen.
Wirklich schlau bin ich daraus nicht geworden. Die dort ermittelten Preise konnte ich jedenfalls nicht nachvollziehen und im Endeffekt muss wirklich jeder selbst schauen, wir er am besten durch den Kanal kommt.
Ich beschreibe daher auch gar keine Details zur Suche der günstigsten Fährpassage, das wäre morgen bereits wieder out und abgelaufen.
Im Prinzip geht es nur um 2 Sachen:
1. die kurze Passage durch den Kanal Calais – Dover oder mit dem Shuttle Calais – Folkestone.
Die Fähre wird von 2 Reedern betrieben, P&O und Seafrance. Den Tunnel betreibt die „Eurotunnel“.
Die Passagekosten sind bei beiden Fähranbietern nahezu identisch, jedoch kann es sich lohnen immer mal wieder nach Angeboten zu schauen.
Ein Unterschied bildet da schon der Eurotunnel. Der kostet richtig Geld und hat nur einen einzigen Vorteil: die Zeit! Die Fahrt mit dem Tunnel dauert nämlich nur 30 Minuten.
Von der Fahrt selbst hat man nicht viel. Bin mal im Rahmen einer Busreise mit dem Shuttle gefahren. Man fährt in einen überdimensionalen Güterwagen seitlich rein. Der wird dann zugemacht und ab geht’s. Durch kleine Gucklöcher kann man zwar raus gucken, man sieht aber nichts. Nur alle paar Meter die Neonbeleuchtung. Man kann am besten im Fahrzeug bleiben oder die Sitzgruppe aufsuchen, ein Klo gibt es natürlich auch.

Die reine Kanalpassage ob nun mit Fähre oder Zug hat jedoch einen entscheidenden Nachteil, man muss dann die weitesten Teile der Reise mit dem Wohnmobil auf Englands Straßen und zu englischen Dieselpreisen zurück legen. Dies muss man auf jeden Fall beachten.

Die 2te Alternative ist natürlich eine der Langfähren:
- Amsterdam - Newcastle,
- Hoek van Holland (Rotterdam) - Hull
- Zeebrugge – Hull
- Zeebrugge – Rosyth

Diese haben als Vorteil, dass man entspannt anreist oder eben abreist und einen guten Teil des Weges abgenommen bekommt. Leider zu teilweise exorbitant hohen Kosten. Der Nachteil gegenüber den Mittelmeerfähren besteht zum größten Teil darin, dass man kein „Camping on Board“ buchen kann, sondern immer eine Kabine mitbuchen muss. Denn im Fahrzeug bleiben darf man nicht.
Nur Superfast bietet ausgerechnet auf der weitesten Relation Zeebrugge – Rosyth die Möglichkeit statt eines Kabine auch einen Pullmann- Clubsessel zu nehmen.
Aber die Aussicht mich über 18 Stunden nur auf diesen Sessel zurück ziehen zu können ist nicht gerade erbauend.

Alles das will nun zusammen gewürfelt und neben Preis mit den persönlichen Interessen verglichen werden.
Wer Statistiken liebt und gern unsere Vergleichsberechnungen betrachten möchte, der kann sich die von mir erstellte Excel- Datei downloaden (xls- Datei, MS Excel oder vgl. wird benötigt).
Für alle, die mit Statistiken nichts anfangen können oder wollen und komplizierte Zahlen und Formeln eher ein Fremdwort sind, denen sei gesagt, dass wir uns für die folgenden Varianten entschieden haben:

1. Hinreise:
Wir wollen auf der Hinreise so viel wie möglich vom Land sehen, fahren macht uns nicht das Geringste aus und routenbedingt können wir mit der einfachen Kanalquerung noch ein bisschen von England „erfahren“ und den Sherwood- Forrest bewundern.
Vielleicht springt ja Robin Hood aus den Büschen?
Daher war für uns für die Hinreise klar: Es kommt nur eine einfache Kanalquerung in Betracht. Stau in und um London? Who cares?
Hier haben wir als erstes Seafrance und P&O verglichen. Die Preise sind annähernd gleich, die Fähren fahren abwechselnd beinahe im Halbstundentakt. Die Kosten liegen so um 90-100,- €, je nach Reeder und Uhrzeit teilweise auch weniger.
Allerdings muss man mit Ein- und Auschecken so locker 3-4 Stunden an Fahrt- bzw. Bindezeit rechnen, das mag ich nicht, zumal man auf solchen Fähren doch immer nur irgendwo angequatscht wird, wenn man in einer stillen Ecke grad mal die Augen zumachen will.
Ist halt blöd, weil man auch auf der einfachen Kanalpassage das Autodeck verlassen muss und sich im Passagierbereich aufhalten „darf“.
Ist ja klar, die Leute würden ja sonst aus Langeweile weder etwas (kostenpflichtiges) Essen, oder einkaufen gehen, wenn sie die Wahl hätte in ihrem Fahrzeug ein paar Minuten die Augen zu zu machen.
Duty Free ist wohl schon länger nicht mehr, also warum aussteigen und überteuerte Fährpreise für den Bordshop bezahlen?

Die Passage mit dem Shuttle durch den Eurotunnel kommt mir da schon eher entgegen.
Die Fahrt ist schnell (nur 30 min.) und mangels Bordshop im Zug wird man auch nicht gezwungen sein Fahrzeug zu verlassen. Man bleibt einfach da, wo man ist.
Das Problem ist nur, dass die Betreiber des Eurotunnel wohl den Gong noch nicht gehört haben, die Kosten sind jedenfalls alles andere als angenehm.
Allerdings war dies in den letzten Jahren noch viel schlimmer, kein Wunder, dass keiner den Tunnel genutzt hat und das Teil nur Miese gemacht hat.
Wenigstens kommt so nun langsam auch da Bewegung in die Sache und so schauen wir uns mal die einzelnen Möglichkeiten an.

Wie bei der Fähre sind die Preise für den Zug durch den Tunnel nach Uhrzeiten gestaffelt. Mittags zahlt man am meisten, abends zahlt man aber auch noch viel.
Wir haben heraus gefunden, dass die günstigsten Passagen gleich am frühen Morgen vor 6 Uhr zu bekommen sind. Ist ja auch klar, da fahren die meisten ja erst von zuhause los, wer um diese Zeit einchecken will, muss schon am Vorabend hier angekommen sein.
Und am Vorabend anreisen? Wer hat schon die Zeit dazu?

Dennoch ist der Gedanke nicht so ganz abwegig. Wir können am Vortag anreisen und in der Nähe pennen. Aber geht das überhaupt?
Pennen in Calais? Auf CP´s wird man sich sicherlich bedanken, wenn einer morgens um drei den Motor anwirft, zumal die Übernachtung dann ja auch wieder Geld kostet. Der Geldvorteil wäre also dahin.
Dann bleibt für uns nur eine Möglichkeit, nämlich irgendwo frei stehen und die Nacht vor Ort verbringen, damit man am nächsten Morgen gleich um 5 oder so einchecken kann.
Nach einigen Beratungsrunden mit Anja haben wir uns dann tatsächlich für die günstigste Passage mit Übernachtung in Calais und Anreise am Vorabend entschieden.
Nicht nur, dass wir einen günstigen Preis damit heraus handeln, wir reisen 1. an einem Sonntag hoffentlich staufrei an und 2. wir sind bereits am nächsten Morgen sehr früh auf der Insel und starten den Tag quasi in England. Man kann also an diesem Tag noch eine Menge Kilometer abspulen und mit etwas Glück sogar London noch vor dem Berufsverkehr passieren, da wir nach England eine Stunde hinzu bekommen. (Bei uns 5 Uhr, in England erst 4 Uhr !!)

Das beste Angebot von SeaFrance mit Abfahrt um ca. 05:00 Uhr hätte uns 80 € ohne Kabine gekostet. Darin enthalten die Passage für uns beide als 2 zahlende Personen und für ein Wohnmobil unter 6 Meter.
P&O lag knapp 10,- € darüber. Besondere Angebote waren nicht dabei.

Das beste Angebot mit dem Tunnel war gleich der erste Zug um 04:20 Uhr ab Calais.
86 € für das Wohnmobil unter 6 Meter, alle Passagiere im Wohnmobil inklusive.
Hätte ich noch ein oder 2 Kinder (für die auf der Fähre ja extra zahlen müsste!!), dies wäre das beste Angebot!
Jedoch wie gesagt die Abfahrt um 04:20 Uhr mit dem ersten Zug. Nur eine Stunde später wäre die Passage mit dem Zug gleich wieder 100,- € teurer gewesen.
Das ist verdammt früh, mit einchecken und Sicherheitspuffer sollte man also spätestens um 03:40 Uhr da sein.

Da wir absolut keine Ahnung haben, was uns in Calais erwartet und nicht durch irgendwelche Überraschungen (mangelnde Beschilderung, Baustellen, Sperrungen, etc) ein Zeit- oder Orientierungsproblem zu bekommen, haben wir uns spontan für eine kleine Wochenendreise im August nach Calais entschieden.
Nur um mal zu schauen, wie es dort aussieht und was uns vor Ort erwartet.
Die Kurzreise nach Calais ist übrigens hier zu finden.

2. Rückreise
Auf der Rückreise haben wir es dann nicht mehr so unbedingt nötig das ganze Britannien noch einmal zu durchqueren. Wir sind uns auch nicht sicher, ob es Sinn macht wieder die Kanaltour zu nehmen. Rückreisen sind meist sogenannte „Durchfahrreisen“. Man fährt am Urlaubsort los und guckt, dass man möglichst lange und durchgehend fährt, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.
Geht wohl Vielen so. Hängt bestimmt damit zusammen, dass eben die Rückreise das Ende einer Reise symbolisiert. Keine Vorfreude mehr auf alles, was man wohl erleben wird. Keine unbekannten Welten, keine „Speicherkapazität“ für neue Eindrücke.
Man verarbeitet auf der Heimreise das erlebte ist entweder wehmütig, weil die Reise zu Ende geht oder freut sich auf Zuhause, sein vertrautes Bett, seine vertraute Umgebung.
Oder man denkt an die Berge von Schmutzwäsche, die man zu waschen hat.
Jedenfalls eine Rückreise ist in meinen Augen nie mit einer Hinreise vergleichbar.
Was würde eine Rückreise für uns bedeuten?
Lange Fahrt in England zurück zum Kanal. Dann einschiffen und die Fährabenteuer erleben, nach 3 Stunden noch unausgeschlafener als zuvor wieder von Bord fahren und weil man ja so nah an zuhause dran ist (es sind ja nur knapp 400km bis nach Hause) würde man die auch noch dran hängen. Oder man muss noch irgendwo vor oder nach der Kanalquerung eine Nacht bleiben. Aber mal ehrlich, wer will auf der Rückreise eine Nacht pausieren?
Muss ja nicht sein, wenn es sich vermeiden lässt. Ist die Reise zu Ende will man auch ohne Umschweife heim. Punkt.

Wir haben das gleiche Problem, haben uns aber für die Rückreise etwas anderes, als die kostengünstige Hinreise überlegt.
Von Schottland aus werden wir nur einen kleinen Weg nach Newcastle einschlagen. Von John O´Groats an der nordöstlichen Spitze nach Newcastle sind es etwa 450km, wie werden aber schon unterhalb von John O´Groats sein und haben daher weniger zu fahren, als die 450km.
In Newcastle geht es dann auf die DFDS- Fähre, die uns direkt nach Amsterdam bringt.
Die Fähre fährt über Nacht, ist am nächsten Morgen gegen 9 Uhr da.
Man ist ausgeschlafen, hat zum krönenden Abschluss der Reise noch eine kleine Kreuzfahrt gemacht und kann entspannt die letzten 300 Kilometer auf dem Weg nach Hause antreten.
Als ich das meiner Frau vorschlage, ist sie sofort mit mir einer Meinung und so schauen wir uns um, welche Alternativen es neben der Newcastle – Amsterdam- Variante noch gibt.
Superfast von Rosyth nach Zeebrugge ist teuer, wenn man eine Kabine dazu bucht. Wie gesagt haben wir schon auf einer Kanalfähre keine Lust in den Sesseln zu pennen, wie soll man es 18 Stunden auf einem Clubsessel aushalten?
Die Alternative wäre eben Hull oder Newcastle. Wobei mit Hull allerdings schon wieder zu weit südlich von Schottland liegt.
Bei DFDS habe ich Glück. Ich bin „Frühbucher“ und bekomme die Passage Newcastle – Amsterdam mit 2er Kabine und Meerblick sowie der Passage für das Wohnmobil für insgesamt nur 236,- €.
Das nenne ich sehr preiswert! Ach ja, es wäre für eine Innenkabine nochmals 10,- € günstiger gekommen, aber herrje, was sind schon 10,- € für den eigenen persönlichen Meerblick, auch, wenn er durch ein Bullauge oder ein kleines Fenster ermöglicht wird.
Gut, Verpflegung, Büffet o.ä. ist zwar nicht mit dabei, aber das können wir uns immer noch selbst mitbringen (z.B. vom Supermarkt in England) oder wir entscheiden uns eben doch spontan während der Rückreise das (kostenpflichtige) Büffet zu nutzen. Mal sehen.
Jedenfalls buchen wir für Rückreise diese Fährpassage direkt auf der DFDS- Webseite, viel günstiger wäre es mit 1.000km- Durchquerung von England, der Dover – Calais- Fähre und der Rückreise ab Calais nach Kerpen auch nicht gegangen, man muss ja auch an die Spritpreise denken. Und entspannter ist diese Art der Rückreise allemal.
Hull liegt preislich etwa wie Newcastle, hat aber wie gesagt den Nachteil viel weiter im Süden von England angesiedelt zu sein. Etwa 700km vom Norden Schottlands entfernt. Das macht auch keinen Sinn, da kann man theoretisch auch gleich durchfahren nach Dover.
Die Fähre ab Newcastle ist daher genau unser Ding. Nicht zu weit weg von Schottland, abends rein, morgens ausgeruht raus, fertig.

Übernachten in GB
Als nächstes überlegen wir uns, wo wir in England und Schottland pennen wollen. Wir wollen allein aus Kostengründen die ein oder andere Nacht auf jeden Fall frei zu stehen, aus Reinigungs- und V+E- Gründen ist jedoch spätestens jede zweite Nacht ein CP erforderlich.

Ein Blick in den ACSI- Führer ist ernüchternd. Es gibt zwar einige Plätze, aber auch hier scheinen die Preise über dem von uns gewohnten Durchschnitt zu liegen. Einige andere wiederum sind günstig, beinahe zu günstig.
Aus dem Internet und aus den Reiseberichten einiger Schottlandfahrer erfahren wir auch vom Caravan Club England.
Hier kann man für einen Jahresbeitrag von 36 Pfund vergünstigte Leistungen der angeschlossenen Campingplätze in Anspruch nehmen. Der Jahresbeitrag kann sich dann schon etwa ab der 6ten oder 7ten Übernachtungen lohnen, wenn man konsequent nur diese "Club-Sites" anfährt.
Ein interessanter Aspekt, allerdings geht weder aus der Webseite noch aus den verfügbaren Informationen hervor, wie genau wir hiervon profitieren können.
Nämlich ob neben den vielen Plätzen in GB auch entsprechende Plätze in Schottland verfügbar sind.
Ich schreibe eine hochoffizielle Mail an den Club, dass ich an einer Mitgliedschaft interessiert sei, jedoch aufgrund der von mir nicht zu eruierenden Lage der Campingplätze keine Chance sehe mir einen ausreichenden Überblick zu verschaffen, ob es sich eine Mitgliedschaft lohnt und lokale Angebote im Raum Schottland einen Win-Win Effekt vermuten lassen, da ich meine Clubgebühr ja gegen vergünstigte Übernachtungsraten auf angeschlossenen CP´s wieder als Einsparung verbuchen möchte, dies jedoch mangels Angebotsübersicht der vorhandenen CP´s nicht bewerten kann.
Klingt kompliziert der Satz, ich weiß. Was meinen Sie, wie sich dieser noch zusätzlich in der englischen Übersetzung „angefühlt“ hat…
Und was soll ich sagen? Geschwollene Sätze scheinen es offenbar zu bringen, denn nur 1 Woche später habe ich eine ganz tolle faltbare Übersichtskarte von England per Post bekommen und dazu noch einen Katalog mit den allen dort eingetragenen Campingplätzen.
Wow!
Nicht nur, dass die CP´s dort enthalten sind, die Karte dient uns auch als weitere Straßenkarte und hilft als Übersichtskarte bei der Reiseplanung.
Für eine Mitgliedschaft hat es dann doch nicht gereicht, für nur 4 oder 5 Nächte auf einem angeschlossenen CP lohnt die Clubgebühr für ein Jahr nicht. Es handelt sich zwar um ein Zeit- und nicht um ein Kalenderjahr, aber ich glaube kaum, dass wir im nächsten Jahr nochmals auf die Insel kommen und die Mitgliedschaft nutzen können.
Wir haben 2008 andere Pläne.
Für einen längeren Urlaub in GB ist die Mitgliedschaft jedoch zumindest von der Kosten / Nutzen Seite auf jeden Fall zu überlegen.

Die Kamera
Auf der Reise zum Edersee hat unsere Casio Exilim EX-Z500 so halb den Geist aufgegeben.
Die Kamera hat bisher etwas über 6000 Bilder gemacht und ist knapp 2 Jahre alt.
Für meine Begriffe ist das eigentlich etwas zu wenig.
Schaltet man die Kamera ein, ruft diese immer das Setup auf und möchte eingestellt werden (Datum, Uhrzeit, Zeitzone, Sprache, etc), bevor man ein Bild machen kann.
Für Schnappschüsse (besonders während der Fahrt) ist das äußerst kontraproduktiv und blöd.
Wir haben uns beim Media Markt und beim Saturn umgeschaut. Für das Bestellen einer Kamera bei amazon oder so reicht einfach die Zeit nicht mehr.
Wir überlegen lange, ob wir eine richtige Kamera kaufen, oder ob wir uns für die Reise nur eine einfache Kamera kaufen und vielleicht zu Weihnachten oder so eine schöne Kamera kaufen. Ist ja auch so kurz vor dem Urlaub eine nicht unerhebliche Ausgabe, die nicht sein muss.
Wir entscheiden uns für eine einfache Kamera, genauer für eine Kodak EasyShare C 613 für 79,- € beim Saturn.
Unsere Casio nehmen wir natürlich trotzdem mit.
Wen es interessiert, wie so die Qualitätsunterschiede zwischen einer 200,- € Kamera (die Casio) und einer 80,- € Kamera (die Kodak) sind, der kann sich die Unterschriften unter den Bildern mal ansehen. Alle Bilder, die nicht besonders gekennzeichnet sind, wurden mit der Casio Exilim EX-Z 500 aufgenommen.
Alle Bilder, die unter der Bildunterschrift ein kleines (k) haben, sind mit der genannten Kodak Easyshare C 613 (i.d.R. bedient von Anja) aufgenommen.

Viele Bilder sind natürlich von meiner Casio, da diese ja nicht mehr geschont werden muss (sie gilt nun offiziell als kaputt) und folglich vorne auf der Ablage herum fliegt. Ergo ist sie bei einem Bild fix zur Hand und kann danach gleich wieder in die Ecke gepfeffert werden. Ganz genau mein Ding...

Handy im Ausland:
Selbstverständlich wollen wir in Großbritannien erreichbar sein und benötigen darüber hinaus eventuell den mobilen Zugang zum Internet.
Da ich mit dem Womo keine Lust habe irgendwelche Hotspots (für WLAN) oder Internet- Cafes aufzusuchen, muss eine mobile Lösung für unseren Laptop her. Dies geht am besten mit dem Handy als GPRS-Modem.
Vorgewarnt durch die Erfahrungen in Holland, habe ich gleich von Anfang an überlegt, dass wir eine Pre-Paid- Karte für GB brauchen, damit sind die Kosten überschaubar und man kann sein Guthaben einfach abtelefonieren oder "absurfen".
Eine erste Recherche hat mir allerdings einen Dämpfer verpasst, offenbar kann ich von Deutschland aus keine Pre-Paid- Karte für GB kaufen. Doch zum Glück gibt es ebay und so ersteigere ich für etwa 35,- € eine mit 15,- Pfund aufgeladene Handykarte von T-Mobile. Diese packen wir dann in das Samsung- Handy, damit können wir dann kostengünstig in GB telefonieren und haben im Notfall auch den Zugang zum Internet.

 

 
         
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