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  Erstellt: Sommer 2011, 2- Jahres Update im Sommer 2013

 
 
 


Mit Fahrrad und Wohnwagen in den Urlaub!
Unser Radträger für die Wohnwagendeichsel

Vorwort: Von Laien für Laien!

Wie bei all unseren technischen Beiträgen stellen unsere Bilder sowie der enthaltene Text stellt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit dar. Auch übernimmt der Autor keinerlei Haftung bei falsch oder richtig angewandter Durchführung der hier in Wort und Bild mitgeteilten Erfahrungen und Anleitungen.
Wir stellen dar, was wir beim Aus-/Umbau vorgefunden haben, auf welche Probleme wir gestoßen sind und wie wir diese nach unserer Meinung am besten gelöst haben.

 

Mit Auto, Wohnwagen und Fahrrad in den Urlaub!
Ein Radträger für die Deichsel am Wohnwagen..
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Erster Artikel: Stand: Sommer 2011

Es soll ja Faulpelze im Urlaub geben!
Besonders Camper mit Wohnwagen und Auto haben hierfür geeignetes Potential.
Mit dem Auto zum Bäcker, mit dem Auto zum Waschhaus, mit dem Auto zum Parzellennachbarn. Kennen wir alles, haben wir alles schon gesehen und natürlich NOCH NIE selber gemacht! ;-)

OK, man muss dazu sagen, dass wir in den Jahren 2007-2011 auf unseren Wohnmobil- Touren natürlich nicht mit dem Wohnmobil morgens zum Bäcker gefahren sind. Das ginge ja schlecht.
Aber jetzt, wo seit Mai 2011 ein Wohnwagen unser getreues Wohnmobil abgelöst hat, sind wir natürlich über die neuen Freiheiten eines mobilen PKW am Urlaubort richtig erfreut und nutzen diese auch regelmäßig.

Früher, auf unseren Urlauben mit dem Wohnmobil, hatten wir jedoch als einiziges mobiles Fahrzeug am Urlaubsort nur unsere Fahrräder dabei.
Für die Mitnahme einens Kleinwagen, den man bei super- Luxuswohnmobilen gelegentlich in der Heckgarage verschwinden sieht, fehlte uns ganz einfach der Stauraum.
Und für die "Light"- Lösung mit Rollerbühne am Heck des Wohnmobils fehlte Anja und mir der entsprechende 1er Führerschein, um einen adäquaten 125er Roller zu fahren.

Und trotzdem haben wir den beschränkten Radius mit den Fahrrädern nie als Makel empfunden, sondern dank schöner Radtouren sogar noch was für Gesundheit und Umwelt getan.
Gut, am Abend tat schonmal der Hintern weh (besonders nach Gewalttouren wie auf der Nordseeinsel Fanö im Sommer 2011 ;-) aber dafür war man selbst auf dem Campingplatz fix am Servicehaus, beim Bäcker oder am platzeigenen Supermarkt.

     Mit dem Fahrrad im Campingurlaub
     Mit Fahrrad im Urlaub: Schöne Radtouren, fit bleibt man auch, das ist doch schön!

Diese Mobiltät möchten wir uns auch bei nun vorhandenem PKW gerne bewahren und auch künftig unsere Fahrräder mit in den Urlaub nehmen.
Mieträder, die auch eine Alternative darstellen könnten, kommen für uns jedoch nicht in Frage.
Zum einen kosten die Geld, dann muss man sich ums Abholen und Wegbringen kümmern und so richtig "gut" haben wir darüber hinaus auch noch auf keinem Mietfahrrad gesessen.
Nein, das ist keine Lösung, das eigene Rad muss mit.

Nur wie?
Auf dem Autodach?
Sicherlich eine Idee, aber da ich (Björn) in den letzten Wochen das Windsurfen für mich entdeckt und mir hierfür sogar ein eigenes (einfaches gebrauchtes) Surfbrett nebst Ausrüstung gekauft habe, brauche ich das Autodach und den Dachträger für das Surfbrett.

Die Fahrräder müssen also irgendwie zusammen mit dem Wohnwagen mitgenommen werden!
Wir könnten es uns natürlich einfach machen und die Räder ganz easy in den Wohnwagen stellen.
Da diese aber ungesichert dann beim Bremsen und Beschleunigen hin und her rutschen und selbst im gesicherten Zustand jegliche "Unterwegsnutzung" des Wohnwagens komplett eliminieren würden, stellt das natürlich keine Lösung dar.
Wohin also? Und da gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Die Deichsel!
An der Rückwand eines Wohnwagens, was man relativ häufig sieht, hat ein Radträger hingegen meiner Meinung nach nichts zu suchen!
Es sei denn, es geht gar nicht anders und auch dann nur, wenn man sich über folgende 2 Gefahren gewahr wird:

Zum einen das verschlechterte Fahrverhalten. Ein am Heck montierter Radträger mit 2 auf 3 Fahrrädern bringt gut und gerne an die 50 Kilo auf die Waage!
Bei Zuladungen im Bereich von 200-300 Kilo, die ein Standard- Wohnwagen heutzutage zu bieten hat, sind 50 Kilo schnell bis zu 25% des erlaubten Zuladungsgewichts!
Nun, daran kann man natürlich nichts ändern, wenn man die Räder mitnehmen möchte. Aber wenn man schon solche „schweren Brocken“ am bzw. im Wohnwagen transportiert, sollten diese für eine gute Fahrphysik möglichst nah zu den Achsen und mittig transportiert werden.
Geht natürlich weder bei einem Heck- noch bei einem Deichselträger.
Auf dem Deichselträger aber ist das Gewicht immerhin an der Anhängerkupplung und kann über die Stützlast der Kupplung ideal aufgefangen werden.
Mit einer guten Stützlastwaage kann man dann über eine entsprechende Ausgleichsbeladung mittig oder im Heckbereich des Wohnwagens für eine optimale Gewichtsverteilung sorgen.
Hängt der Radträger mit seinen 50 Kilo hingegen an der Rückwand, ist wie bei einer Wippe das Heck des Wohnwagens bereits extrem lastig und es ist selbst mit vollen Wassertanks und vollen Gasflaschen nicht mehr so einfach, das Gewichtsverhältnis zwischen Achse und den beiden Endpunkten im Bug und Heck des Wohnwagens gleichmäßig zu verteilten.

Noch ein weiterer wichtiger Punkt spricht für die Variante „Deichselträger“.
Man stelle sich vor, man müsste so einen mit 2 oder 3 Rädern beladenen Fahrradträger einmal hochheben!
Schwierig oder?
Das Teil ist extrem schwer und unhandlich!
Und genau so geht es dem Wohnwagen natürlich auch!
Der Wohnwagen hat ja allein schon aus Gewichtsgründen nur eine vergleichsweise dünne Heckwand.
Diese ist darüber hinaus keine durchgehende Holzkonstruktion, sondern natürlich nur ein Lattengerüst, wo die Zwischenräume entweder mit Schaum oder mit Styropor ausgekleidet sind.
An diese gerade mal sich selbst tragende Heckwand hängen wir nun einen Radträger!
Klar wird der leere Fahrradträger noch einfach zu montieren sein.
4 Löcher rein, fette Unterlegscheiben, das hält schon!
Und halten wird es wohl, auch wenn später die Räder drauf sind und das Gewicht an der Heckwand drückt und nach unten zieht.
Aber nun stellt man sich mal vor, man fährt mit diesem derart beladenen Heckträger über Bodenwellen, oder über die lustigen „Drempel“ in Holland, die dort überall auf der Straße liegen. Quasi als Ersatz für die nicht vorhandenen Berge ;-)
Jedes Mal, wenn man in voller oder halber Fahrt über einen solchen Hubbel oder Drempel fährt, zerrt das komplette Gewicht des Radträgers an der Heckwand!
Es dürfte nicht schwer fallen sich vorzustellen, wie nach einigen Jahren die Heckwand immer weiter unter diesem Druck leidet.
Die Folge sind dann erste Dehnungen in den Dichtungen von Seitenwand und am Dach, die dann später unmittelbar zu Feuchtigkeitsschäden führen können.
Und dann ist der Wohnwagen ein Feuchtbiotop!

Aus oben genannten Gründen kommt somit für uns nur die Lösung auf der Deichsel in Frage.
Die einfachsten No- Name Modelle haben wir beim Obelink in Holland schon für 69 Euro gesehen, ein Markenprodukt wie der 2er Radträger „Carry Bike“ XLA von Fiamma schlägt mit 75 Euro zu Buche.

          
     Der billige "No- Name" kostet 69,95 €. Naja.                            Dann lieber 6 Euro mehr und den guten von Fiamma gekauft

Etwa 15-20% teurer sind die Produkte in Deutschland, bei Amazon müsste für den gleichen Radträger ca. 85-95 Euro bezahlt werden.
Ein aktuelles Angebot gäbe es zum Beispiel hier: Fiamma Carry Bike "XL A" bei amazon.de
Aber auch im Fachhandel wie z.B. bei Fritz Berger ist der Radträger natürlich zu bekommen und wer in der Mitte Deutschlands wohnt, kann natürlich wegen der Fahrtkosten nach Holland selbst beim besten Angebot vom Obelink nicht mehr sparen...

Die Montage auf der Deichsel ist ziemlich einfach und funktioniert sogar „fast“ ohne Bohren, doch der Reihe nach:
Als erstes wird natürlich geschaut, ob das gelieferte oder selbst gekaufte Paket auch vollständig ist.
Neben allen Bauteilen darf natürlich auch eine leicht verständliche Anleitung nicht fehlen...

         
     Klein, handlich und kompakt, da soll ein Radträger drin sein?    Naja, schauen wir mal! Hier auf die Deichsel soll er drauf

         
     Bestandsaufnahme: Halter, Rahmen, Kleinteile...                      ...und natürlich eine bebilderte Anleitung. OK, alles da!

Bevor es gleich ans Schrauben geht, sollte man natürlich prüfen, ob der Radträger überhaupt auf die Deichsel passt.
Zweifelsohne kann man bestimmt auf jede Deichsel einen Radträger montieren, aber wenn sich am Ende der Deichselkasten nicht mehr öffnen lässt, oder die Stützradkurbel an den Radträger stößt, hat man natürlich nichts gewonnen. ;-)
Bei uns passt es wirklich haarscharf, wobei wir sogar beim Hebel für die Höhenverstellung des Stützrades die kleine Schutzkappe vom Griff abmachen müssen.
Dieser entscheidende Zentimeter ist wichtig, damit wir auf der anderen Seite den Deichselkasten bei leerem Träger noch öffnen können und die Pedale des Fahrrads im beladenen Zustand nicht den Deichselkasten berühren, oder der Lenker das Bugfenster des Wohnwagens einschlägt.
Auch das prüfen wir natürlich vorher, bevor wir den Metallrahmen mit den lose aufgelegten Aufnahmeschienen für die Räder fixieren.

         
     Damit der Deichselkasten bei uns später noch aufgeht...            ...muss der Träger ganz nach vorne bis zum Stützradhalter!

         
     Auch das Fahrrad sollte mal testweise drauf gestellt werden!     Passt alles und berühren Pedale wie Lenker nicht den Wowa?

Transitfrei- Zwischentipp Nr. 908:
Bevor wir später unsere Fahrräder verladen, sollte der Wassertank gefüllt und die Gasflasche einsatzbereit sein, falls man unterwegs nicht die Räder abnehmen möchte!
Sind die Räder erst einmal auf dem Radträger montiert, kommt man nämlich an den Deichselkasten nicht mehr dran!
Es gibt zwar im Handel auch Fahrradträger, die sich mit Fahrrädern drauf wegschwenken lassen, diese kosten aber ein Vielfaches von dem, was ein "einfacher" Radträger wie unserer kostet...
Am Zielort angekommen sind es dann natürlich die Fahrräder, die als erstes abgeladen werden müssen, damit man an Brauchwassertank, Klochemie und Stromkabel dran kommt...

Das Festschrauben des austarierten Trägers ist übrigens ein ganz schöner Kraftakt!
Damit die Umschlagbügel, die an 4 Stellen mit einem halbrunden Metallprofil auch auf jeder dicken wie dünnen Deichsel halten, sind die Bügelärmchen extrem lang!
Mit dem Akkuschrauber oder Nuss&Knarre kann man dann gerade mal 1/5 des Schraubweges vordrehen, ab dann muss ein Maul- oder Ringschlüssel zum Einsatz kommen.
Und damit dreht man sich echt einen Wolf!
Übrigens: Ein bisschen Fingerspitzengefühl für „fest“ sollte man schon mitbringen!
Denn nachdem die Schraube den Bügel eigentlich in der finalen Stellung fixiert, könnte man theoretisch noch ein wenig weiter drehen!
Die Schraube würde dann allerdings das Bügelärmchen verbiegen, da die Bügel nicht vollumfänglich im Winkel mit dem Winkel des Deichselrahmens abschließen. Dies mal als Info am Rande.
Am besten lässt man (so hab ich es gemacht ;-) die Frau die letzten Umdrehungen mit dem Schraubenschlüssel machen.

         
     Anja schraubt sich wirklich einen Wolf!             Die Metallbügel haben einen extrem langen Schraubweg, bis die Platte sitzt...

     Buegel verschrauben     Traeger anbringen
     Nach fest kommt krumm! Der Bügel kann sich biegen :-o          Zum Schluss verschrauben wir den oberen U- Träger

Sind die Bügelärmchen mit den selbstsichernden Muttern verschraubt, kommt der obere U- Träger dran.
Hier werden später mal die Räder mit kleinen Riemchen fixiert (2 Stück liegen bei, ein bisschen wenig, wie ich finde!), sodass diese während der Fahrt auch nicht hin und her schaukeln.
Der U- Träger ist übrigens variabel, sodass die Räder ggf. auch ein wenig schräg fixiert werden könnten. Dies ist z.B. dann interessant, wenn man nur ein Fahrrad mitnehmen möchte.
Ein weiteres kleines Manko wären die beiden zu kurzen Schaumstoffelemente, die man auf dem Träger zwar verschieben kann,  aber leider nicht alle Kontaktpunkte des Fahrrades mit dem Träger abdecken. Hier werde ich vielleicht mal Rohrisolierung aus dem Baumarktkaufen und den ganzen Rahmen mit Schaumstoff umspannen.

Damit der untere tragende Rahmen (auf diesem sind die beiden Aufnahmeschienen für die Räder montiert) unter den Metallbeschlag nicht hin und her rutschen kann, empfiehlt die Anleitung das Rohr anzubohren und die beiliegenden Schrauben dort einzusetzen.
Eigentlich wirkt der Radträger schon recht stabil, aber auch das machen wir natürlich.
Mit dem Akku- Schrauber ist das Loch schnell gesetzt und die Schrauben eingedreht.

     Loch bohren     Schrauben reindrehen
     Das Loch im Alu- Träger wird kurz angebohrt                           hier kommen die Schrauben zur finalen Fixierung rein

Das wars eigentlich schon!
Mit langen Armen und tauben Fingern vom vielen Schrauben bewundern wir stolz unser Werk.
Von nun an können die Räder mit den Wohnwagen- Urlaub!

     Fahrraeder verladen     Raeder drauf
     Ab sofort immer dabei: Unsere Räder im Urlaub!                      Schnell verladen und sicher verschnürt :-)

Montagezeit:
Für 1-2 Personen ca. 60-80 Minuten, wobei besonders auf das mühselige Schrauben der 8 Sicherungsmuttern schnell mal gut und gerne die Hälfte der Zeit entfällt, besonders wenn der Radträger mehrfach auf der Deichsel verschoben werden muss.
Benötigtes Werkzeug:
Neben einem Akkuschrauber mit Metall- Bohrfutter benötigt man zusätzlich noch die entsprechenden Schraubenschlüssel als Maul- oder Ringschlüssel.
Auch ein Schraubendreher ist erforderlich, um die 4 Sicherungsschrauben des Metallbeschlags in den Rohrrahmen eindrehen zu können.
Alle übrigen Materialien wie Schrauben und Metallteile lagen dem Paket vollständig bei.

Unser Fazit:
Relativ leicht zu montieren, wobei man besonders bei kurzen Deichseln etwas mehr Zeit zur optimalen Lage auf der Deichsel benötigt und den Träger ggf. mehrfach hin und her verschieben muss.
Auch das Schrauben benötigt etwas Zeit.
Die beigelegten Sicherungsmittel bestehen zum einen aus je einem Kunststoffspanner, mit dem jeweils das Vorderrad und das Hinterrad in der Aufnahmemulde gesichert wird.
Der obere Teil des Fahrrads wird mit einem beigelegten Riemchen am U- Profil fixiert, wobei mir lediglich ein Riemchen als zu wenig erscheint.
Ist der Radträger erst einmal montiert, stehen 2 Räder gut und sicher auf dem Träger und können auch über längere Strecken mit dem Wohnwagen problemlos transportiert werden.
Mehrere Touren haben wir mit den Rädern am Träger schon gemacht (2x Holland, 1x Insel Fehmarn, zusammen mit locker 2000 km Gespannbetrieb) und bislang noch keine erhöhten Verschleiß- oder Abnutzungserscheinungen festgestellt.
Wir sind mit dem Kauf eigentlich recht zufrieden!

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*** Sommer 2013: Update zum Gebrauch im Fahrbetrieb mit Maßen, Winkeln und Bildern ***

Seit gut 2 Jahren besitzen wir nun schon unseren Fiamma- Deichselfahrradträger, auf zahlreichen Touren hat er schon Fahrräder befördert, oder auch Sportgerät (z.B. Gabeln einer Surfausrüstung) transportiert. Sogar ein deutlich schwereres E- Bike nehmen wir seit einigen Touren auf diesem Radträger mit.
Es ist also Zeit, durchaus mal ein kleines Update zum Fahrradträger zu präsentieren. Einerseits, um von unseren Langzeiterfahrungen damit zu berichten und andererseits, um einige Fragen, die wir in den letzten 2 Jahren zum Fahrradträger erhalten haben, hier mal auch öffentlich zu beantworten.

Kommen wir zunächst zu den Fragen.
Immer mal wieder wurden wir kontaktiert und gebeten, die Maße unseres Radträgers durchzugeben. Insbesondere der Abstand vom Radträger auf der Deichsel zum Kugelkopf sowie der Abstand vom Kugelkopf zu den äußeren Begrenzungen. Scheinbar haben viele Wohnwagen eine kurze Deichsel und der ein oder andere traut sich dann nicht, einen solchen Fahrradträger zusätzlich auf der Deichsel zu montieren.
Wir haben also die Abstände unseres Fahrradträgers auf der Deichsel zur Kupplung bzw. zum Kugelkopf einmal ausgemessen, damit andere dies ggf. auf ihrer Deichsel einmal nachmessen können.
Die Abstände gestalten sich wie folgt:
Radträger Mitte / letzter Halter <-> Kugelkopf: ca. 60 cm
Radträger Außenkante <-> Kugelkopf: ca. 90cm
Ein paar Bilder haben wir hiervon natürlich auch mitgebracht:

     Maße Kugelkopf     Messen Kugelkopf
     Von der Montageplatte des Radträgers bis in etwa zur mittigen Höhe des Kugelkopfes sind es 60 Zentimeter

     Kugelkopf schraeg     distanz Kugelkopf schraeg
     Auch hier messen wir: Von der Seitenkante des Fiamma- Fahrradträgers bis zum Kugelkopf sind es ca. 90cm.

Bilder und Maße in der Theorie sind natürlich gut und schön und zusammen mit den Fragen zu den Abständen wurden wir auch immer wieder gefragt, ob und wenn ja wie weit man überhaupt „einlenken“ kann, ohne dass die Außenkanten des Radträgers die Stoßstange des Fahrzeugs berühren. Besonders bei einer kurzen Deichsel besteht diese Gefahr natürlich, wenn man extrem einlenken muss.
Auch wir müssen gestehen, dass wir in so manch hektischer Situation in den letzten 2 Jahren schon gedacht haben, dass der Radträger nun jeden Moment unsere Stoßstange zerschrammt oder die Nebelschlussleuchten zerdeppert. Aber bislang, toi-toi-toi, immer alles gut gegangen!
Während des normalen Geradeausfahrens oder in normalen Kurven besteht hier sowieso keine Gefahr. Auch nicht in Kreisverkehren oder an scharfen Haarnadelkurven oder spitzen Kreuzungen!
Wer also wie wir die o.g. 60/90cm auf der Deichsel sicherstellen kann, wird auch im Fahrbetrieb keine Probleme bekommen.
Gefährlich wird es lediglich beim Rückwärtsfahren!
Besonders dann, wenn man rückwärts in eine spitze Einfahrt einschwenken muss, z.B. in eine Einfahrt mit einem Mauervorsprung oder sowas. Muss man also extrem knapp an die Einfahrt ranfahren und dann sofort voll einschlagen, kann es im Rückwärtsbetrieb schonmal eng werden.
Auch hierfür haben wir zur Ergänzung mal ein paar Bilder gemacht, um den möglichen Maximaleinschlag zu zeigen, zunächst die Totale:

     maximaler Lenkeinschlag mit Fahrradtraeger auf der Deichsel
     Maximaler Lenkeinschlag: Der Fahrradträger auf der Deichsel berührt auch in der Stellung nicht die Stoßstange des Autos. Passt also! :-)

Darüber hinaus zeigen wir nun noch ein paar Detailbilder.
Gebraucht haben wir diesen Winkel bei Wohnwagenrangieren übrigens bislang zum Glück noch nicht, dennoch zeigen die Bilder u.E. sehr gut, dass der Fahrradträger auf der Deichsel in jedem Fall die bestimmende Größe des maximalen Lenkeinschlags und Winkels zum Rangieren wird. Passen tut es aber trotzdem und behindert uns im normalen Fahrbetrieb gar nicht.

         
     Hier mal den Wohnwagen von vorn, das Auto knickt ein            ein bisschen Luft wäre sogar noch

         
     Hier mal die Kupplung mit Klaue auf dem Kugelkopf                  Hier mal Wohnwagen mit Winkel von der anderen Seite

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*** Der Fiamma- Carry-Bike im Langzeittest / Erste Mängel nach 2 Jahren ***

Nach 2 Jahren im Dauerbetrieb möchten wir darüber hinaus noch ein zusätzliches Update zur Haltbarkeit hinterher schieben.
Denn nach nur 2 Jahren zeigt unser Radträger von Fiamma zu unserer Überraschung bereits erste Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen, sogar einen ersten Defekt hatten wir nun sogar zu vermelden!
Beginnen wir mit Korrosion und Verschleiß:
Wie man auf den folgenden Bildern gut erkennen kann, oxidiert im Gegensatz zum Alu- Rahmen des Wohnwagens (die sieht auch heute noch genau so aus, wie vor 2 Jahren zum Kauf) die Adapterplatte oberflächlich. Auch die Halteschrauben der Bügelhalter sind bereits deutlich korrodiert!
Dies liegt natürlich zum einen an den ständigen Witterungseinflüssen, da unser Wohnwagen im Sommer wie im Winter im Freien stehen muss.
Wir vermuten aber auch (und das wäre ein Konstruktionsmangel!!), dass die Schrauben und Halter aufgrund der sogenannten „Kontaktkorrosion“ deutlich schneller altern, als es normalerweise der Fall wäre! Diese „Kontaktkorrosion“ basiert auf einer chemischen Reaktion die entsteht, wenn sich 2 Metalle gegenseitig berühren und mit einem Elektrolyt verbunden sind. Dieses „Elektrolyt“ ist nichts anderes als ein Leiter, hier reicht schon Regenwasser oder höhere Luftfeuchtigkeit.
Die Metalle polarisieren dann, wobei das unedlere Metall aufgelöst wird (Eisen gegen Aluminium).
Wer möchte, kann sich hierzu ein paar Hintergrundinfos Wikipedia näher anschauen: Wikipedia / Kontaktkorrosion

     Rost am Radtraeger
     Nach 2 Jahren: Die Befestigungsmittel des Radträgers sind zum Teil stark verrostet.

Spätestens im kommenden Jahr werden wir also Bügelhalter und Schrauben einmal komplett austauschen müssen!
Kurz haben wir natürlich überlegt, ob man die Ersatzschrauben dann z.B. aus Edelstahl nehmen sollte, haben uns aber dagegen entschieden. Nehmen wir nämlich mal an, dass die Schrauben plötzlich eine wertigere Metalllegierung darstellen, als der Wohnwagenrahmen, würde ja der Rahmen rosten!! Und das geht natürlich gar nicht. Schrauben und Halter kann man mit sehr wenig Aufwand ersetzen. Ein verrosteter Wohnwagenrahmen allerdings geht auf Kosten der Sicherheit und wird spätestens bei der Hauptuntersuchung zum teuren Problem.

Neben der Problematik der schleichenden Kontaktkorrosion möchten wir noch von unserem ersten Defekt berichten:
Wie immer wollten wir zu unserer Tour unsere Fahrräder mitnehmen. Sie waren auch schon komplett verladen, alle Halter mussten nur noch stramm gezogen und festgedreht werden.
Beim Drehen des Feststellrades für den Haltebügel ist es dann passiert, unter einem Ächzen und Knarzen brach der Knebel regelrecht auseinander! Das Gewinde der Schraube war dermaßen korrodiert, dass die im Plastikknebel eingelassene Mutter nicht mehr packen konnte und so das Plastik auseinandergebrochen ist. Hierbei brach die Schraube dann noch mit ab, sodass Knebel und Schraube ersetzt werden mussten.
Im Campingzubehör sind die entsprechenden Teile zum Glück leicht zu finden, dennoch müsst ihr bitte ein bisschen aufpassen! Den Knebel (Fiamma Ersatzteil- Nr. 98565-290) hatte der kleine Zubehörladen es nur noch in roter Farbe da. Das ist ja erstmal noch zu verschmerzen. Die entsprechende Gegenschraube allerdings hat gefehlt! Uns hat man also eine andere Schraube von Fiamma verkauft, diese hatte ebenfalls einen kleinen Rendel zum Drehen (Fiamma Ersatzteil Nummer 98656-765). Das mit dem Drehen wäre uns ja noch egal gewesen, was aber gar nicht geht ist der Umstand, dass die Schraube viel zu kurz war, schaut selbst:

         
     So, jetzt nur noch festdrehen, dann sind wir fertig...                   *knarrzz!* Und ab! So ein Mist! Die Schraube ist verrostet...

         
     ...und der Drehknauf des Fahrradträgers ausgebrochen!             Schraube kaputt, Mutter Fest, Drehknauf unbrauchbar. Mist. :-(

Geholfen hat hier aber letztendlich eine einfache M6x80- Schraube mit Vierkant- Kopf und abgerundeter Platte (wie das Original) für 70 cent aus dem Baumarkt.
Wir haben uns übrigens im Nachgang zu diesem Defekt gleich die passenden Teile einmal auf Reserve gekauft und im Ersatzteilkarton im Wohnwagen gelagert. Denn trotz sofortigen Fettens der zweiten Schraube sieht man auch bei dieser bereits erste Abnutzungserscheinungen, auch diese wird also auf kurz oder lang kaputt gehen. Zum einen, weil eben die Schraube nebst Gewinde korrodiert und zum anderen, weil das Plastik des Knaufs ja auch mit der Zeit durch die viele Sonneneinstrahlung hart und spröde wird. Und irgendwann bricht die eingelassene Mutter im Plastikknebel eben raus!

Der Reparaturaufwand ist zum Glück überschaubar! Ist die alte Schraube erstmals rausgebrochen, kostet die neue Schraube im Baumarkt 70 Cent, der neue Schraubknauf ist für 2,90 € im Campingzubehör zu bekommen. Hier gibt es zwar nicht immer die passende Farbe (blau oder rot), aber die Hauptsache ist ja, dass wir die Räder wieder sicher befestigen und mitnehmen können.

Fazit: Nach 2 Jahren im Langzeittest und Dauereinsatz (immer draußen gestanden und nach mehreren Touren (u.a. Ungarn, 2x Fehmarn, Allgäu, diverse Touren nach Holland, usw), sind die bisherigen Verschleißerscheinungen durchaus überschaubar und noch im Rahmen und auch der Defekt mit der Schraube war nicht wirklich teuer.
Wir würden also auch mit diesen neu gewonnen Erfahrungen noch immer den Fiamma- Fahrradträger für die Deichsel kaufen.
Mal schauen, wie es mit dem Träger weitergeht, das nächste Update dann wieder in 2 Jahren...  ;-)

- Team Transitfrei.de im Sommer 2013 -

 

 

 

 
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