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Endlich warmes Wasser im Wohnwagen!
Wir bauen eine Truma- Therme TT-2 nachträglich ein

Erst vor kurzem berichteten wir ja von unserem erfolgreichen Neukauf eines gebrauchten Hobby- Wohnwagens. Noch immer sind wir sehr stolz und freuen uns schon wie Bolle auf die ersten Touren damit.
Bevor es jedoch soweit ist, stehen noch einige Verbesserungsarbeiten am Wohnwagen an, von denen wir im Rahmen unserer Technik- Themen natürlich gern berichten.
Den Anfang macht dieser kleine Bild- und Einbaubericht einer Truma- Therme zur Warmwasserversorgung im Wohnwagen. Denn leider fehlte beim Kauf unseres Hobby ein Warmwasseraufbereiter und weil wir von unserem Adria wissen, wie frisch dies besonders im Frühjahr oder Herbst (besonders in den frühen Morgenstunden) sein kann und wie lästig es teilweise auch ist, immer wieder warmes Brauchwasser in einem kleinen Wasserkocher zu erhitzen, haben wir uns gleich von vornerein für den Kauf und Einbau einer Warmwassertherme im Wohnwagen entschlossen.
Ein Blick in die gängigen Zubehörkataloge war allerdings recht ernüchternd! Gerade mal 2 Anbieter boten eine Warmwasseraufbereitung zu einem annehmbaren Preis an, dies war einmal Elgena und einmal Truma.
Preislich lag die Truma TT 2 zwar etwas über dem Produkt von Elgena, allerdings hat die TT 2 den pfiffigen Vorteil, dass sie nicht nur über elektrischen Strom Wasser aufwärmt, sondern auch über den Betrieb der Heizung (Truma Vent) mittels Gebläse.
Besonders praktisch, wenn die Heizung läuft, denn warmes Wasser gibt es dann quasi kostenlos dazu!
Also haben wir uns im Zubehörmarkt unseres Vertrauens die Truma TT 2 besorgt und uns mit Hilfe unseres Campingkumpels Thomas, unser nahezu unermüdliches Helferlein bei all unseren Umbauten und mittlerweile Ehrenmitglied im Team Transitfrei, an einem Sonntag Vormittag an den Einbau gewagt.

     Truma Therme TT2
     Die Truma- TT2 Warmwassertherme. Die wollen wir in unseren neuen Hobby- Wohnwagen einbauen...

Bevor wir aber mit dem Einbau beginnen, ein paar Hinweise vorab:
Zunächst das obligatorische: Wie bei all unseren technischen Anleitungen ist auch diese Anleitung eine „Auskunft als Gefälligkeit“ ohne Rechtsbindung. Wir sind ausdrücklich Laien und beschreiben lediglich, was wir umbauen, auf welche Probleme wir hierbei gestoßen sind und wie wir diese zu unserer Zufriedenheit am besten gelöst haben.
Keinesfalls lässt sich hieraus ein Rechtsanspruch oder gar eine Haftung für falsch oder auch für richtig angewandte Anleitungen unsererseits ableiten!

So, nachdem wir diesen rechtlichen Teil erfüllt haben, geht es weiter.

Zusätzlich zur Truma TT 2 haben wir weitere Sachen besorgt, die wir für den Einbau ins Fahrzeug brauchen. Unsere Inventarliste für den Umbau enthält:

  • Truma TT-2
  • Heizungsschlauch Truma, 2,5 Meter
  • Verbinder für Truma- Heizungsschlauch
  • Schraubbare Klemmen für Truma Heizungsschlauch
  • Doppelt gefertiger Schlauch für Warmwasser, idealerweise schon in roter Farbe
  • Einfacher Schlauch für Kaltwasser, dieser ist in blauer Ausführung
  • Einfache Verbinder und T- Stücke für Schläuche
  • Schlauchschellen für Wasserschläuche

Der finanzielle Aufwand hierfür beträgt inkl. der Truma Therme ca. 200-250 Euro. Je nachdem, zu welchem Angebotspreis ihr die Truma bekommt. Kein Pappenstiel, aber wer warmes Wasser im Wohnwagen möchte, der muss hier leider ein paar Euro in die Hand nehmen.

         
     Erstmal checken, ob alles da ist. Sieht gut aus!   :-)                    weiteres Material zum Einbau: Schlauchschellen, Schläuche und Co...

 

Beginnen wir nun mit dem Einbau:

Zunächst prüfen wir natürlich, ob alle Teile vollständig vorliegen und lesen uns die Anleitung durch. Denn schon hier offenbaren sich bei der Truma TT 2 gleich mehrere Anschlussvarianten, insbesondere der Einsatz von Einkreis- Wasserhähnen (also nur mit einem Schlauch angeschlossen) würden den zusätzlichen Einsatz von Mischventilen bedingen, die es separat zu kaufen gibt.
Bei uns ist dies aber zum Glück nicht der Fall, beide Wasserhähne (Küche und Bad) verfügen bereits über einen eigenen Schlauch für warmes Wasser. Dies übrigens, weil einem Vorbesitzer offenbar mal die alte Therme kaputt gegangen ist (sowas ist fast immer ein Frostschaden wegen vergessener oder mangelhafter Entleerung vor dem Winter!) und wir somit bereits über nahezu alle Einbauten für den Betrieb einer Warmwassertherme verfügen. Das macht die Sache für uns vergleichsweise einfach, weil wir ab Therme keine zusätzlichen Schläuche zu den Wasserhähnen legen müssen. Stattdessen suchen wir einfach den Einbauort der alten Warmwassertherme, den wir auch kurz darauf im Bug vorne rechts ausmachen können. Hier finden wir dann zum einen die Schlauchbrücke, welche über ein T- Stück die Kaltwasserleitung teilt und sowohl den kalten wie auch den Warmwasserschlauch lediglich mit Kaltwasser aus dem Rolltank versorgt.
Und mehr noch! Wir finden sogar die alten Ablassventile des ersten eingebauten Warmwasserbereiters, sodass wir dem Truma- TT2- Paket beiliegenden Bodenventile zur Entwässerung bei Winter gar nicht brauchen. Perfekt, da müssen wir keine neuen Löcher in den Wohnwagen- Unterboden bohren.

     Staukasten     Platz für die Truma
     Im vorderen Staukasten war offenbar schonmal eine Therme!       Man sieht die alten Bohrlöcher und die Ablassventile (rechts)

Der Einbauort der Truma TT 2 ist somit festgelegt, sie kommt an die gleiche Stelle, wie die ursprüngliche Therme.
Wer hier freie Platzwahl hat, sollte diese übrigens so nah wie möglich an die Wasserentnahmestelle verlegen. Ansonsten ist der Schlauchweg einfach zu lang, bevor warmes Wasser aus dem Hahn heraus kommt und vorher viel kaltes Wasser ungenutzt durch die Leitungen gepresst wird.
Bei uns sind es nun zu jeder Entnahmestelle etwa 1,5 Meter, das geht gerade noch.
Viel dran ändern können wir sowieso nicht, konstruktionsbedingt beginnen beide Schlauchleitungen (für Bad und Küche) an dieser Stelle. Würden wir die Truma (abgesehen von den neu zu bohrenden Löchern) näher an eine Entnahmestelle heran legen, würden wir automatisch den Weg zur anderen Entnahmestelle verlängern.

     Position der Truma TT2 im Staukasten
     An dieser Stelle werden wir unsere Truma- TT2 einbauen. Der Ort liegt mittig zu beiden Entnahmestellen. Perfekt.

Für den Einbau lösen wir nun die alten T- Verbindungen der Kalt- und Warmwasserversorgung und klemmen die beiden Warmwasserleitungen wieder an den Ausgang der Truma an. Weiterhin wird der Versorgungsschlauch vom Kaltwassertank kommend an dieser Stelle unterbrochen und über ein T- Stück zusätzlich mit der Truma verbunden. Irgendwo muss diese ja ihr kaltes Wasser zum Aufwärmen herbekommen. ;-)
Das zweite Ende der ankommenden Kaltwasserleitung wird wieder ganz normal mit dem Wasserkreislauf verbunden, sodass auch weiterhin normales Kaltwasser in Bad und Küche zur Verfügung stehen.

     Schläuche verbinden     mit Ventilen verbinden
     Die Schläuche rot und blau werden mit Schlauchschellen gesichert, danach die Bodenventile mit der Entwässerung verbunden.

Als nächstes folgt nun der Anschluss der Truma TT 2 an das Heizungssystem. Hierfür wird die vorhandene dicke Schlauchleitung für Warmluft einfach mit einem scharfen Cutter (Teppichmesser oder gutes Taschenmesser geht auch) durchgetrennt und die Truma entsprechend in den Luftstrom geklemmt. Läuft später die Heizung, können wir hierüber das Wasser zusätzlich erwärmen.
Bei uns müssen wir mit einem Schlauchstück aushelfen, auch ein Verbinder und zusätzliche Halter kommen zum Einsatz. Viel falsch machen kann man dabei übrigens nicht. Durch die Leitungen strömt lediglich warme Luft, schlimmstenfalls tut sie das eben nicht.

     Heizungsschlauch anschließen     vorderer Schlauch montiert
     Mittels eines Truma- Heizungsschlauchs verbinden wir an diesem T- Stück den ersten Lufteinlass mit dem Luftsystem der Heizung

     hinterer Schlauch montiert     mit schelle gesichert
     Auch auf der anderen Seite wird der Heizungsschlauch eingesteckt und mit einem Halter (beige) fixiert. Da rappelt nix. :-)

Nachdem nun alle Schläuche für Wasser und Luft verbunden und mit Schlauchschellen gesichert sind, geht es an den elektrischen Teil.
Denn die Truma verfügt über einen separaten Ein- und Ausschalter, der stilvoll in den Wohnraum integriert werden möchte.
Idealerweise an einer Blende, einem Schrank oder an einer anderen Stelle, die von der anderen Seite hohl ist. Denn der Schalter wird an dieser Stelle versenkt! Wir entscheiden uns für einen wenig sichtbaren Platz zwischen Bettkiste und Trennwand zum Schlafzimmer. So können wir den Schalter zwar nicht sehen, aber Nils auch nicht! Wenn er als 2- jähriger erstmal weiß, wo der Schalter ist, haben seine Eltern maximal nur noch eine Chance von 50% auf warmes Wasser am frühen Morgen.
;-)

Wer übrigens gar keine Möglichkeit hat den Schalter in einem Schrank zu versenken, der kann auch ein Set für die Wandmontage von Truma bekommen. Dieses Set muss allerdings gesondert dazu gekauft werden und kostet somit extra. Keine Option für uns, zumal wir dann ja auch das entsprechende Kabel irgendwie verlegen müssten.

Für den Schalter bohren wir kurz darauf mit Hilfe eines Kreisschneider-Aufsatzes ein rundes Loch in den Bettkasten und fassen den Schalter testweise ein.
Passt!

     Schaltereinbau     Mit Kreisschneider Loch schneiden
     Für den Ein-/Aus- Schalter muss ein Loch gebohrt werden:            Wir bohren das Loch im Staukasten mit einem Kreisschneider

Nun folgt der schwierigste Teil, der Anschluss an die Bordelektrik.
An dieser Stelle können wir aus bestimmten Gründen leider nicht schreiben, wie dieser Anschluss von statten zu gehen hat! Dies weil Arbeiten an 220V- Anlagen in Deutschland nur anerkannten VDE- Technikern vorbehalten sind. Dies hat zweifelsohne seinen Grund und sollte von allen, die sich nicht absolut sicher mit dem sind, was sie tun, dann auch so gemacht werden! Ein Elektriker ist im Internet (oder alt: in den gelben Seiten ;-) schnell gefunden und wird das Anklemmen der Truma an das 220V- Netz sicherlich gerne für ein nettes Entgelt durchführen.
Für alle, die den Einbau als Fachmann nach VDE selber durchführen können, möchten wir der Vollständigkeit halber bestätigen, dass der gut verständliche Schaltplan zum Anschluss der Leitungen (Schalter, Boiler und Bordnetz) in der Einbauanleitung mit enthalten ist. Der VDE- Fachmann muss hier also nicht selber messen und die Leitungen mühsam einzeln bestimmen. Immer vorausgesetzt natürlich die Verkabelung im Wohnwagen entspricht mit den gängigen Farben der DIN- Norm...

Ist der Anschluss hergestellt, kann ein erster Test erfolgen. Achtet hierbei bitte darauf, dass ihr unbedingt zuerst Wasser in die Therme laufen lasst, denn ohne Wasser im System sollte sie nicht betrieben werden und geht ansonsten kaputt!
Auch ist an dieser Stelle eine kurze Prüfung ratsam, ob die Entwässerung mittels Ventilen ordnungsgemäß funktioniert und lediglich maximal eine minimalste Restmenge im Tank zurückbleibt!
Sonst ist die schöne neue Truma- Therme im nächsten Winter bereits kaputt!

Wenn Die Therme ordnungsgemäß funktioniert, kann sie als nächstes am Unterboden des Wohnwagens festgeschraubt werden. Das kostet zwar etwas Überwindung, ist aber leider nötig. Kommt nicht auf die Idee, diese einfach zu kleben! Zwar gibt es tolle und auch super- haftende Klebstoffe, die auch einmal angeklebt total stabil wirken, aber berücksichtigt bitte, dass das Auto während der Fahrt auch mal ordentlich schaukelt und rappelt! Und dann kommt vielleicht noch eine Bodenwelle (oder die besonders fiesen holländischen Drempels...), die einer mit 5 Litern gefüllten Therme einen ordentlichen Stoß versetzt. Das hält der beste Kleber dann nicht aus!
Eine dann während der Fahrt umher gleitende Therme reißt euch die Leitungen raus und sorgt mit Pech noch für einen netten Wasserschaden! Tut euch also selbst den Gefallen und schraubt die Truma am Unterboden des Wohnwagens fest. Sicher ist sicher.

Ja, das war´s eigentlich schon!
Der Einbau hat bei uns etwa 2 Stunden gedauert, dann lief das Teil! Wobei wir natürlich wirklich den Vorteil hatten, dass wir die bestehenden Leitungen (Heizung wie Wasser) nur erneut trennen und mit der Truma verbinden mussten. Alles andere aber wie die Bodenventile oder die zusätzlichen Schläuche für die Warmwasserversorgung waren im Fahrzeug durch eine ab Werk oder zu einem früheren Zeitpunkt eingebaute Therme bereits verlegt und vorhanden.

     Die Truma TT2 im Wohnwagen fertig eingebaut
     Eingebaut und einsatzbereit: Die Truma TT-2 wartet darauf, dass wir das erste Mal warmes Wasser im Wowa genießen. :-)

 

Bestellung und Kauf:
Und? Hat euch unsere Anleitung weitergeholfen und ihr traut euch den Einbau auch zu?  Dann ran! Ab in den nächsten Campingladen und das Teil gekauft.
Wer das nicht kann, weil er keine Lust/Zeit hat oder zu weit vom nächsten großen Campingzubehör entfernt wohnt, kann sich die Truma natürlich auch bequem nach Hause liefern lassen.
Fleissig wie wir sind, haben wir euch die Truma- Therme bei gleich 2 Anbietern heraus gesucht. Schaut mal hier:

Hier könnt ihr die Truma- Therme bei Amazon bestellen:
Hier gibt es die Truma TT 2 alternativ bei Fritz Berger:
Alles für Camping

 

Erfahrungsbericht für die Truma- TT2, im Einsatz:
*** kleines Update aus Januar 2015 ***

Für einen umfangreichen Test hat es im Jahr 2014 leider noch nicht gereicht, es war schlichtweg auf keinem unserer Ausfahrten wirklich kalt genug! Wohl aber für einen ersten Eindruck reicht es:

Aufwärmen auf Strom: Das geht recht schnell! Vielleicht 20 Minuten, dann ist das Wasser schon ordentlich handwarm!
Aufwärmen mit Luft aus der Umluftanlage: Dies ist allerdings eine kleine Enttäuschung. Massgeblich hierfür ist aber der Weg, den der Luftstrom zurücklegen muss. Aus der Düse unterm Bett, wo auch die Truma sitzt, kommt aufgrund der größeren Entfernung, wir berichteten hierüber ja schon bei der Wahl unseres Einbauplatzes, nur noch lauwarme Luft raus. Das reicht kaum um den Wärmetauscher in der Truma- Therme nennenswert anzuregen.
Klar ist es besser als nichts, aber um richtig auf Luft zu funktionieren, müsste das Teil eigentlich unmittelbar im Sicherheitsabstand zur Heizung verbaut werden. Dies bedingt aber bei uns im speziellen auch wieder: Noch l ängere Leitungen! Schon jetzt verbraucht es immens viel Wasser, wenn wir warmes Wasser abgreifen wollen. Einfach, weil das Wasser aus der Therme über die Leitung erstmal anderthalb Meter zurücklegen muss, um z.B. den Hahn im Bad zu erreichen. Das kalte Wasser, was vorher im Schlauch ist, muss ja erst durchgedrückt werden, wenn wir in die "Komfortzone" wollen.

Fazit: Bei uns wird es so bleiben, wie es ist. Standardmäßig campen wir eh nur auf CPs, wo uns stets Strom zur Verfügung steht. Damit ist das Aufwärmen des Brauchwassers wie gesagt kein Problem. Auf die Reservefunktion auf Gas werden wir trotzdem nicht verzichten, auch wenn wir diese Funktion geschätzt einmal oder weniger pro Saison brauchen werden. Derzeit für uns nur denkbar, wenn wir z.B. von / zum auf dem Weg in den Urlaub im Wohnwagen abseits von Landstrom z.B. über Nacht pausieren und uns für den Betrieb im Wohnwagen nur der Ladestrom der Fahrzeugbatterie zur Verfügung steht. Das geht theoretisch - und auch praktisch! Muss aber nicht sein.
In den kommenden Jahren werden wir diesen Erfahrungsbericht aber noch erweitern...

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So, das war's für den Moment! Für Rückfragen, Kommentare, Lob oder Kritik könnt ihr mit uns hier in Kontakt treten, alternativ steht euch natürlich auch wie gewohnt unser Gästebuch zur Verfügung.
Wir freuen uns über eure Einträge.

 

 
         
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